Ex-Premier Alain Juppé verurteilt

Aktualisiert

Ex-Premier Alain Juppé verurteilt

Der frühere französische Premier Alain Juppé ist wegen «illegaler Vorteilsnahme» zu 18 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden.

Das Urteil fällte ein Strafgericht am Freitag in Nanterre.

Mit dieser Strafe für den amtierenden Bürgermeister von Bordeaux ist der Verlust des passiven Wahlrechts verbunden. Gegen das Urteil will der ehemalige Regierungschef Berufung einlegen.

Die Staatsanwaltschaft hatte in dem Prozess um Scheinarbeit und Parteienfinanzierung acht Monate Haft auf Bewährung für Juppé gefordert.

Für den konservativen Politiker stand bei dem Prozess die politische Karriere auf dem Spiel. Er hatte gesagt, bei einem Urteil, das seine Unwählbarkeit nach sich zieht, wolle er sich aus der Politik zurückzuziehen.

27 Angeklagte standen wegen der Affäre um Parteienfinanzierung in der ersten Hälfte der neunziger Jahre vor dem Strafgericht, darunter zwei damalige Schatzmeister der neogaullistischen Partei RPR.

Auch Staatspräsident Jacques Chirac soll in die weit verschlungene Affäre um Scheinbeschäftigung verwickelt gewesen sein. Er kann jedoch wegen der Immunität als Staatsoberhaupt nicht angeklagt werden. Juppé war seinerzeit Generalsekretär der Partei und im Pariser Rathaus mit den Finanzen betraut. (sda)

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