03.11.2020 11:37

Anklage erhobenMuss Ex-Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz sechs Jahre ins Gefängnis?

Die Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen ehemalige Verantwortliche der früheren Aduno Holding und der Raiffeisen Schweiz Genossenschaft

Pierin Vincenz mit seinem Anwalt Lorenz Erni nach einem Termin vor zwei Jahren bei der Staatsanwaltschaft für Wirtschaftsdelikte in Zürich.

20 Min

Die Zürcher Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen den ehemaligen Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz erhoben. Der Vorwurf lautet unter anderem auf gewerbsmässigen Betrug. Ebenfalls Anklage erhoben wurde gegen Ex-Aduno-Chef Beat Stocker.

Den beiden Hauptbeschuldigten wird gewerbsmässiger Betrug, Veruntreuung, Urkundenfälschung und passive Bestechung zum Nachteil der Kreditkartengesellschaft Aduno und der Raiffeisenbank vorgeworfen, wie die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich am Dienstag mitteilte.

Die Staatsanwaltschaft soll sechs Jahre Gefängnis für Vincenz fordern, wie der «Blick» bezugnehmend auf die der Zeitung vorliegenden Anklageschrift schreibt. Ausserdem werde für die unlauter erzielten Gewinne eine Rückzahlung von 9 Millionen Franken verlangt. Auch für Stocker wird laut Bericht eine Gefängnisstrafe von sechs Jahren gefordert, so wie eine Rückzahlung von 16 Millionen Franken.

Gewerbsmässigen Betrug und mehr

Gemäss Anklageschrift sollen sie bei den Firmenkäufen der Commtrain Card Solutions AG, der Genève Crédit & Leasing SA und der EuroKaution AG durch die Aduno ihnen nicht zustehende Vorteile gefordert und teilweise erhalten haben.

Dieselben Vorwürfe erhebt die Staatsanwaltschaft im Zusammenhang mit der Akquisition der Investnet AG und der beabsichtigten Übernahme einer weiteren Gesellschaft durch die Raiffeisen.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen deshalb gewerbsmässigen Betrug, Urkundenfälschung und passive Bestechung vor. Zudem werden ihnen unrechtmässige Spesenbezüge zum Nachteil von Raiffeisen und Aduno vorgeworfen, was zum Vorwurf der Veruntreuung führt.

Weitere Personen angeklagt

Die Anklage richtet sich gemäss Mitteilung gegen fünf weitere Personen. Gegen zwei weitere Personen seien Strafbefehle erlassen worden. Die sieben Personen aus dem beruflichen Umfeld der beiden Hauptbeschuldigten sollen diese unterstützt und teilweise aktiv bestochen haben.

Die Zürcher Staatsanwaltschaft führte in der Sache seit Dezember 2017 eine Strafuntersuchung. Vincenz und Stocker wurden dabei in Untersuchungshaft genommen. Mitte Juni 2018 wurde beide aus der Untersuchungshaft entlassen.

(SDA)

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