Aktualisiert 04.06.2015 05:03

US-Präsidentschaftswahlen

Ex-Republikaner kandidiert für Demokraten

Lincoln Chafee, der frühere Senator von Rhode Island, bewirbt sich um eine Präsidentschaftskandidatur.

von
chk
Will Hillary Clinton das Leben schwer machen: Lincoln Chafee. (Archivbild)

Will Hillary Clinton das Leben schwer machen: Lincoln Chafee. (Archivbild)

Der frühere republikanische Gouverneur Lincoln Chafee geht als vierter Bewerber ins Rennen um die US-Präsidentschaftskandidatur der Demokraten. Der 62-jährige Ex-Senator und Ex-Gouverneur von Rhode Island kündigte seine Bewerbung am Mittwoch in bescheidenem Rahmen bei einer aussenpolitischen Rede in der Virginia University an.

Dabei sprach er sich für einen Einsatz der USA für Frieden und fairen Handel, für das Ende «extralegaler Tötungen durch Drohnenangriffe» und für eine Heimkehr des wegen seiner Enthüllungen verfolgten Ex-Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden aus.«USA brauchen klugen Präsidenten»

Die USA stünden vor vielen Herausforderungen und insbesondere in der Aussenpolitik bedürfe es eines klugen Präsidenten, sagte Chafee am Mittwoch. Als Präsident wolle er «Frieden wagen» und «unsere Glaubwürdigkeit wiederherstellen». Chafee war bereits als Republikaner für seine liberalen Ansichten bekannt gewesen. Er setzte sich für das Recht auf Abtreibung, für die Homo-Ehe sowie für höhere Steuern für Reiche ein. 2013 wechselte er zu den Demokraten.

(Video: Vimeo/Lincoln Chafee)

Als Favoritin im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten gilt Ex-Aussenministerin Hillary Clinton. Auch der liberale Senator Bernie Sanders und der frühere Gouverneur von Maryland, Martin O'Malley, bewerben sich. Chafee hat laut einer Umfrage des Instituts RealClearPolitics eine Zustimmungsrate von gerade einmal einem Prozent.

Chafee fährt Clinton an den Karren

Dennoch könnte Chafee Clinton das Leben schwer machen. Bereits im April hatte er in einem Interview mit der «New York Times» darauf hingewiesen, dass sie 2002 im US-Senat für die US-Invasion im Irak gestimmt habe. Der nächste US-Präsident «sollte nicht für diesen Krieg gestimmt haben», sagte Chafee, der als einziger Republikaner gegen den Militäreinsatz gestimmt hatte. (chk/afp)

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