Aktualisiert 16.03.2006 21:59

Ex-Soldaten lieben ihre Waffe

Auch wenn sie neu dafür zahlen müssen: 40 Prozent der Berner Soldaten behalten weiterhin ihre Waffe, wenn sie entlassen werden – im Gegensatz zu den übrigen Schweizern.

Spekuliert wurde, dass viele Soldaten Sturmgewehr und Pistole am Ende der Dienstzeit abgeben, weil sie die Waffen seit 2005 nicht mehr gratis mit nach Hause nehmen dürfen. Doch: «Von einem Einbruch kann keine Rede sein», so Adrian Ambühl, Kreiskommandant Kanton Bern.

Tatsächlich: Behielten 2004 noch 43 Prozent der Berner Armeeangehörigen ihre Dienstwaffe, waren es im vergangenen Jahr immer noch knapp 40 Prozent. «Für diesen leichten Rückgang sorgte wohl nicht alleine die Gebühr», präzisiert Ambühl. «Die Kosten sind ja recht gering.» Wer sich nicht von Pistole oder Sturmgewehr trennen will, zahlt zwischen 30 und 100 Franken.

Im gesamtschweizerischen Vergleich ist die Waffentreue der Berner eine Ausnahme. Nahmen 2004 noch rund 40 Prozent ihre Dienstwaffe heim, so fiel die Zahl im vergangenen gebührenpflichtigen Jahr markant auf weniger als 30 Prozent.

Raffaela Moresi

Dienstwaffe bald nur noch gegen Waffenschein?

Auch künftig sollen Soldaten nach dem Dienst ihr Sturmgewehr behalten können – jedoch nur, wenn sie einen Waffenerwerbsschein besitzen. So will es der Regierungsrat. Der Kanton Bern stützt damit einen Vorschlag des Bundes. Dass die Armeeangehörigen neben dem Waffenerwerbsschein auch noch einen Strafregisterauszug vorweisen müssen, lehnt die Berner Regierung ab. Die neuen Vorschriften gelten voraussichtlich ab Januar 2007.

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