Ex-Turmspringer Jan Hempel sexuell durch Coach Langer missbraucht

Aktualisiert

Jan HempelEx-Top-Turmspringer spricht über jahrelangen sexuellen Missbrauch 

Der frühere Turmspringer Jan Hempel erzählt in einer TV-Doku, dass er missbraucht worden sei. Vom Deutschen Schwimm-Verband (DSV) ist Hempel enttäuscht.

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«Ich bin von meinem Trainer missbraucht worden. Er hat keinen Zeitpunkt ausgelassen, um nicht seinen Wünschen und Bedürfnissen freien Lauf zu lassen», sagte der 50-jährige Jan Hempel (r.).

«Ich bin von meinem Trainer missbraucht worden. Er hat keinen Zeitpunkt ausgelassen, um nicht seinen Wünschen und Bedürfnissen freien Lauf zu lassen», sagte der 50-jährige Jan Hempel (r.).

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Vor Olympia in Atlanta 1996 wehrte sich Hempel eigenen Angaben zufolge erstmals gegen seinen Peiniger Werner Langer.

Vor Olympia in Atlanta 1996 wehrte sich Hempel eigenen Angaben zufolge erstmals gegen seinen Peiniger Werner Langer.

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Im folgenden Jahr habe er der damaligen Bundestrainerin von den Vorkommnissen berichtet.

Im folgenden Jahr habe er der damaligen Bundestrainerin von den Vorkommnissen berichtet.

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Darum gehts

Der ehemalige Weltklasse-Turmspringer Jan Hempel ist nach eigener Aussage jahrelang von seinem damaligen Trainer sexuell missbraucht worden. In einer Dokumentation der ARD unter dem Titel «Missbraucht – Sexualisierte Gewalt im deutschen Schwimmsport» berichtete der Olympia-Zweite von Atlanta 1996 in bewegenden Worten erstmals öffentlich über die Vorwürfe gegen den inzwischen gestorbenen Werner Langer. «Ich bin von meinem Trainer missbraucht worden. Er hat keinen Zeitpunkt ausgelassen, um nicht seinen Wünschen und Bedürfnissen freien Lauf zu lassen», sagte der 50-jährige Hempel. Er sei von 1982 bis 1996 missbraucht worden.

Vor Olympia in Atlanta 1996 wehrte sich Hempel eigenen Angaben zufolge erstmals gegen Langer. Im folgenden Jahr habe er der damaligen Bundestrainerin von den Vorkommnissen berichtet. Langer sei damals suspendiert worden, aber nicht wegen eines Missbrauchs, sondern wegen einer angeblichen Stasi-Vergangenheit, sagte Hempel. «Alle haben geschwiegen, bis heute.»

Vorfall auch auf einem WC

Vom Deutschen Schwimm-Verband (DSV) ist Hempel enttäuscht. «Ich habe am eigenen Leib viele Jahre spüren müssen, dass dem DSV nur der sportliche Erfolg wichtig ist und alles andere, ob Gesundheit oder irgendwelche Probleme, eigentlich völlig hinten runter gehen», sagt der Deutsche. Es seien noch Leute im Verband, die es damals so gehandhabt hätten. Der DSV kündigte auf Anfrage eine Stellungnahme an. Die ARD berichtete, dass die derzeitige Verbandsführung angegeben habe, durch den Sender von den Vorwürfen Hempels erfahren zu haben.

Auch vor dem Olympia-Final im Turmspringen 1992 in Barcelona sei es auf einem WC zu einem Missbrauch durch Langer gekommen, berichtete Hempel. Der Trainer ist 2001 gestorben. Es gilt die Unschuldsvermutung. Ein anderer Sportler, der anonym bleiben wollte, berichtete in der Dokumentation, dass Langer bei ihm im Schlaf «handgreiflich» geworden sei.

«Merke, dass immer mehr aus meinem Kopf verschwindet»

Bei Hempel ist eine beginnende Alzheimererkrankung diagnostiziert worden. «Ich merke, dass immer mehr aus meinem Kopf verschwindet. Jetzt kann ich mich noch daran erinnern. Ich weiss nicht, wie lange das noch der Fall ist», sagt Hempel, der Details über den Missbrauch für sich aufgeschrieben hatte.

Seiner Ehefrau Ines hatte Hempel bereits zuvor darüber berichtet. «Ihm ist es sehr schwer gefallen, darüber zu reden, deshalb hat er es dann auch aufgeschrieben», berichtete Ines Hempel in der Dokumentation. Sie habe diese Aufzeichnungen gelesen und sagte: «Was das Seelische kaputt gemacht hat, das kann auch ich nicht heilen.» 

Wassersprung-Trainer suspendiert

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Belästigt.ch, Onlineberatung bei sexueller Belästigung am Arbeitsplatz

Verzeichnis von Anlaufstellen

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(nih/dpa)

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