Aktualisiert 05.07.2012 12:01

SexskandalEx-UBS-Banker in Singapur vor Gericht

Ein ehemaliger UBS-Manager ist in Singapur in einen Skandal mit einer minderjährigen Prostituierten verwickelt. Ihm drohen bis zu sieben Jahre Gefängnis.

von
sas
«Singapore is a fine city», was sowohl «schön» und «Geldstrafe» bedeutet.

«Singapore is a fine city», was sowohl «schön» und «Geldstrafe» bedeutet.

Singapur ist bekannt für seinen grossen Finanzplatz, seine sauberen Strassen und die drakonischen Strafen. Wer nur schon in der U-Bahn isst, wird mit einer Busse von mehreren hundert Singapurdollars bestraft. Ein englisches Sprichwort sagt: «Singapore is a fine city», wobei «fine» sowohl «schön» und «Geldstrafe» bedeutet.

Vor einer drakonischen Strafe fürchten, muss sich auch ein ehemaliger Schweizer Top- Manager des UBS in Singapur. Der 40-jährige Banker ist in einen Prostitutionsskandal verwickelt. Ihm wird laut Anklage vorgeworfen, zwischen September 2010 und Februar 2011 über eine mittlerweile stillgelegte Website wissentlich die Dienste einer minderjährigen Prostituierten in Anspruch genommen zu haben. Laut lokalen soll der Manager für eine «Session» zwischen 450 und 80 Dollar bezahlt haben.

Nicht mehr bei UBS

Die Höchststrafe für bezahlten Sex mit Minderjährigen beträgt in Singapur sieben Jahre Gefängnis, hinzu kommt eine mögliche Geldstrafe. Bei schweren Straftaten, beispielsweise Vergewaltigungen, kennt das Tropenparadies aber auch die Körperstrafe: Die Täter sollen mit Hieben gezüchtigt werden.

Der Anwalt des Angeklagten, Selva K. Naidu von der Kanzlei Liberty Law Practice liess diese Woche verlauten, dass sein Mandant Anspruch auf Verteidigung erhebe. Den nächsten Gerichtstermin hat der Ex-UBS-Mitarbeiter – der sich auf seinem Linkedin-Profil noch immer als «Head of Operations der UBS Investment Bank in Singapur ausgibt, am 7. August. Naidu war für 20 Minuten Online für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Bereits Ende April wurde der Ex-Banker auf Kaution frei gelassen, darf das Tropenparadies aber nicht verlassen. Der Angeklagte ist seit Anfang Jahr nicht mehr für die Schweizer Grossbank tätig. Die UBS wollte zur Affäre nicht Stellung nehmen.

Prominente in Affäre verwickelt

Laut «Straits Times» haben sich im Zusammenhang mit dem Prostitutionsskandal bisher neun Männer schuldig bekannt oder angedeutet, dass sie keinen Anspruch auf Verteidigung erheben. Der Fall erregte Anfang Jahr besonderes Aufsehen, weil zu den Kunden des Callgirl-Rings auch ein Mitglied einer prominenten Singapurer Familie, hochrangige Polizeibeamte sowie der Direktor einer Nichtregierungsorganisation gehört haben sollen. Die Beschuldigten werden in Singapurer Medien namentlich genannt und mit Bild gezeigt – darunter auch der Ex-UBS Mitarbeiter.

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