Ex-Un-Chef: «Saddam wäre besser noch im Amt»

Aktualisiert

Ex-Un-Chef: «Saddam wäre besser noch im Amt»

Mit ungewöhnlich scharfen Worten hat der frühere UN-Waffeninspekteur Hans Blix die amerikanische Irak-Politik kritisiert. Das Vorgehen Washingtons komme einem «reinen Versagen» gleich.

Die Situation im Irak wäre besser, wenn es nie zum Krieg gekommen sei, sagte Blix weiter. «Saddam wäre noch im Amt. OK, das ist negativ, und es wäre für das irakische Volk keine Freude gewesen. Aber was wir bekommen haben, ist ohne Zweifel schlechter.» Weder ein Rückzug der US-Truppen noch ihr Verbleib im Irak wären derzeit gute Optionen, erklärte der frühere UN-Chefinspekteur. «Wenn die Amerikaner abziehen, besteht das Risiko, dass sie ein Land im Bürgerkrieg zurücklassen. Gleichzeitig sieht es aber nicht danach aus, als könnten die USA zur Stabilisierung der Lage beitragen, indem sie dort bleiben.» Blix leitete vor Beginn des US-geführten Kriegs 2003 die UN-Waffeninspektionen im Irak.

Amerikanische und irakische Soldaten suchten am Mittwoch im Bagdader Stadtteil Sadr City nach einem Milizenführer. Der Gesuchte stehe im Verdacht, schiitische Todesschwadronen angeführt zu haben, erklärten die Streitkräfte. Die Soldaten seien während der Razzia angegriffen wurden und hätten aus der Luft Unterstützung von einem US-Kampfflugzeug erhalten. Nach Angaben der Polizei wurden dabei mindestens vier Menschen getötet und 18 weitere verletzt. Ob der Gesuchte festgenommen werden konnte, wurde nicht mitgeteilt.

Der irakische Ministerpräsident Nuri al Maliki kündigte ein entschlossenes Vorgehen gegen die Aufständischen an. In einer am Mittwoch ausgestrahlten Fernsehansprache machte er ausländische Kämpfer und Anhänger des früheren Staatschefs Saddam Hussein für die jüngste Welle der Gewalt verantwortlich, der täglich etwa 40 Iraker zum Opfer fallen. (dapd)

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