Ex-US-Geisel landet in Ramstein
Aktualisiert

Ex-US-Geisel landet in Ramstein

Die US-Journalistin Jill Caroll ist zwei Tage nach ihrer Freilassung aus irakischer Geiselhaft am Samstag auf dem US-Luftwaffenstützpunkt Ramstein in Rheinland-Pfalz gelandet.

Eine Erklärung ab sie dort nicht ab. Caroll, die freie Mitarbeiterin des Magazins «Christian Science Monitor» ist, wurde zunächst in ein Hotel auf dem Flugplatz gebracht. Später sollte die 28-Jährige nach Frankfurt am Main gefahren werden, wo ihr Flug nach Boston startet.

Carroll wurde am Donnerstag nach 82 Tagen Geiselhaft von ihren Entführern freigelassen. Sie war am 7. Januar in Bagdad auf dem Weg zu einem Interview mit einem sunnitischen Politiker verschleppt worden. Ihren Dolmetscher töteten die Kidnapper. Carroll selbst wurde nach eigenen Angaben gut behandelt.

Eine Bedingung für ihre Freilassung war offenbar ihr Auftreten in einem Video, das ihre Entführer im Internet veröffentlichten. Darin wandte sie sich gegen die US-Besatzung im Irak und forderte Präsident George W. Bush auf, die US-Soldaten abzuziehen. Die Aufständischen verteidigten nur ihr Land, erklärt Carroll in dem Video

Im Irak hält die Gewalt unterdessen unvermindert an. In Bagdad wurde ein Geschäftsinhaber auf dem Weg zur Arbeit erschossen. Im Südwesten der Stadt wurde die Leiche eines gefesselten Mannes gefunden, der offenbar Opfer der Auseinandersetzungen zwischen Schiiten und Sunniten wurde. Nordöstlich von Bagdad griffen Bewaffnete einen Kleinbus an, in dem Schiiten unterwegs waren: Sechs Männer wurden getötet und eine Frau verletzt. (dapd)

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