Ex-Verwahrter: «Pädophilie kann nicht geheilt werden»
Aktualisiert

Ex-Verwahrter: «Pädophilie kann nicht geheilt werden»

Der notorische Pädosexuelle A.H. ist zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt worden. Er kann nicht verwahrt werden: Ein echtes Problem, sagt ein ehemaliger Verwahrter.

Der 50-jährige A.H. ist vom Kreisgericht in allen Punkten schuldig gesprochen worden. Wegen mehrfacher sexueller Handlungen mit Kindern wird er nun mit fünf Jahren Zuchthaus bestraft. Seine Opfer waren zwischen 10 und 14 Jahre alt. A.H. wird somit zum dritten Mal verurteilt. Es wird eine ambulante Behandlung angeordnet. Doch in eine solche willigte A.H. bisher laut Staatsanwaltschaft nicht ein.

Ein schwerer Fehler, meint einer, der es wissen muss: «Nimmt er keine Therapie an, ist ein Rückfall programmiert», sagt Peter Zimmermann (66) von der Strafgefangenen-Vereinigung Reform 91. Und weiter: «Zeigt er keine Einsicht, und das ist sehr oft der Fall bei Pädophilen, muss die Öffentlichkeit vor diesem Mann geschützt werden. Man müsste ihn verwahren», so Zimmermann.

Aus juristischen Gründen ist dies aber erst nach einer weiteren Verurteilung möglich. Zimmermann selbst wurde wegen ähnlichen Delikten verwahrt und sass insgesamt 30 Jahre im Gefängnis. Seit dreieinhalb Jahren lebt er nun auf freiem Fuss – auf Grund eines psychiatrischen Gutachtens, das ihn als «nicht pädophil» bezeichnet.

Erst eine vierjährige therapeutische Seelsorge habe ihm geholfen, sagt Zimmermann. Dabei sei Einsichtigkeit das Wichtigste. Denn, so Zimmermann: «Wer meint, Pädophilie sei heilbar, der spinnt.»

Felix Burch

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