Nach Krawallen: Exemplarische Strafe für gewalttätigen FCL-Hooligan
Aktualisiert

Nach KrawallenExemplarische Strafe für gewalttätigen FCL-Hooligan

Nach den Krawallen zwischen FCL und FCZ vom August 2014 wurde jetzt ein gewalttätiger Chaot verurteilt. Es dürfte bislang eines der härtesten Urteile in diesem Bereich sein.

von
gwa/mme
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Nach den Krawallen zwischen FCL und FCZ Fans vom August 2014 wurden jetzt erneut fünf gewalttätige Randalierer verurteilt.

Nach den Krawallen zwischen FCL und FCZ Fans vom August 2014 wurden jetzt erneut fünf gewalttätige Randalierer verurteilt.

Ein Buskonvoi wurde am 16. August 2014 von gewaltbereiten Fans mit Steinen beworfen.

Ein Buskonvoi wurde am 16. August 2014 von gewaltbereiten Fans mit Steinen beworfen.

Luzerner Polizei
An den VBL-Bussen entstand ein Sachschaden von zirka 30'000 Franken.

An den VBL-Bussen entstand ein Sachschaden von zirka 30'000 Franken.

Luzerner Polizei

Es waren wüste Szenen, die sich Chaoten des FCL und des FCZ nach dem Spiel im vergangenen August in der Stadt Luzern geliefert hatten: Fünf Polizisten wurden bei Ausschreitungen verletzt, ein Buschauffeur wurde bedroht, Busse wurden demoliert – Gummigeschosse und Wasserwerfer kamen zum Einsatz. Über 30'000 Franken Sachschaden entstanden damals innert kurzer Zeit.

Nun hat die Staatsanwaltschaft des Kantons Luzern einen der Chaoten zu einer saftigen Geldstrafe verurteilt: 14'300 Franken (davon 4400 unbedingt) muss der 27-jährige Randalierer aus der Stadt Luzern bezahlen. Zudem muss er eine Busse von 1500 Franken sowie die amtlichen Kosten von 1210 Franken berappen. Verurteilt wurde er wegen Gewalt und Drohung gegen Behörden, Landfriedensbruch und Widerhandlung gegen das Vermummungsverbot. Der Chaot hatte sich vor dem FCL-Fanlokal Zone 5 im Pulk der Hooligans aufgehalten und diese teilweise koordiniert, teilte die Staatsanwaltschaft am Dienstag mit. Der Mann war den Behörden bereits bekannt: Er ist mehrfach einschlägig vorbestraft.

«Das wollen wir in Luzern nicht haben»

Simon Kopp, Informationsbeauftragter der Staatsanwaltschaft, sagt: «Wir haben beim Urteil das mögliche Strafmass so weit wie möglich ausgenutzt – wir wollen solche Ausschreitungen in Luzern nicht haben.» FCL-Präsident Ruedi Stäger kann das Urteil nachvollziehen: «Jeder, der solche Taten verübt, muss die Konsequenzen tragen und wissen, dass man danach nicht mit Samthandschuhen angefasst wird.»

Es dürfte das härteste Urteil gegen einen Hooligan sein, das in der Schweiz jemals gefällt wurde. Philippe Guggisberg, Verantwortlicher Kommunikation der Super League, hofft dass das harte Urteil Signalwirkung entfaltet. Er sagt: «Wir setzen zusammen mit Behörden und Justiz alles daran, solche Täter zu erwischen und aus dem Verkehr zu ziehen. Das ist hier gelungen, das ist für uns ganz wichtig.»

Die Staatsanwaltschaft führt derzeit noch acht weitere Untersuchungen gegen Chaoten, die an den Ausschreitungen vom vergangenen August beteiligt gewesen sein sollen. Weitere Abklärungen zur Identifikation der Randalierer laufen.

Die Ausschreitungen zwischen FCL- und FCZ-Fans im August 2014.

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