Exfrau von Dutroux entschuldigt sich
Aktualisiert

Exfrau von Dutroux entschuldigt sich

Die mitangeklagte Exfrau des Kinderschänders Marc Dutroux, Michelle Martin, hat sich in ihrer ersten Aussage vor dem Schwurgericht in Arlon bei den Eltern der Opfer für die Vorfälle entschuldigt.

«Das, was passiert ist, bedauere ich unendlich», sagte Martin am Mittwoch an die Adresse der Eltern der Getöteten An, Eefje, Julie und Melissa. In ihre Entschuldigung bezog sie auch die Eltern von Sabine und Laetitia ein, die entführt und sexuell misshandelt wurden.

Martin räumte allerdings ein, dass auch sie «Verantwortung für den Tod von Julie und Melissa» trage. Den Erkenntnissen der Anklage zufolge waren die beiden Mädchen in einem Kellerverlies in Dutroux' Haus verhungert, während der Hauptangeklagte wegen Autodiebstahls eine mehrmonatige Haftstrafe verbüsste. Auf die Frage des Vorsitzenden Richters Stéfane Goux, warum sie nach Dutroux' Verurteilung nicht die Polizei informiert habe, sagte Martin: «Ich hatte sehr, sehr grosse Angst.» Sie habe befürchtet, dass Dutroux sie umbringen könnte.

Dutroux hatte zuvor bei seiner ersten Aussage im Kinderschänder-Prozess von Arlon wesentliche Vorwürfe bestritten und der These eines Rings mit einflussreichen Hintermännern neue Nahrung gegeben. Seine Aussagen widersprachen in wesentlichen Teilen späteren Angaben seiner Exfrau Martin. (dapd)

Deine Meinung