Bern-Bümpliz: Exhibitionist freigelassen – Mütter auf Patrouille
Aktualisiert

Bern-BümplizExhibitionist freigelassen – Mütter auf Patrouille

Die Kapo stellte in Bümpliz einen Exhibitionisten. Nun ist er wieder auf freiem Fuss – Eltern und Kinder haben Angst, Mütter gehen sogar auf Patrouille.

von
kaf
1 / 3
Am Freitagmorgen entblösste sich ein Exhibitionist vor einem 12-jährigen Mädchen, das auf dem Weg zum Bümplizer Schulhaus Kleefeld war. Seit September gab es mehrere solche Fälle.

Am Freitagmorgen entblösste sich ein Exhibitionist vor einem 12-jährigen Mädchen, das auf dem Weg zum Bümplizer Schulhaus Kleefeld war. Seit September gab es mehrere solche Fälle.

20 Minuten/kaf
Viele Eltern holen ihre Kinder nun ab. Einige Mütter patrouillieren sogar vor und während der grossen Pause um das Schulhaus.

Viele Eltern holen ihre Kinder nun ab. Einige Mütter patrouillieren sogar vor und während der grossen Pause um das Schulhaus.

20 Minuten/kaf
Die Bümplizer Schulen raten den Eltern, ihre Kinder nur in Gruppen oder in erwachsener Begleitung auf den Schulweg zu lassen.

Die Bümplizer Schulen raten den Eltern, ihre Kinder nur in Gruppen oder in erwachsener Begleitung auf den Schulweg zu lassen.

20 Minuten/kaf

In den vergangenen Wochen entblösste sich ein Exhibitionist mehrmals vor Kindern und fordert sie auf, sein Glied zu kommentieren und zu berühren. Der Mann wurde an mehreren Orten in Bümpliz gesichtet, die Schulen verschickten Info-Schreiben an die Eltern. Am Montagmorgen konnte der Mann nun von der Polizei gefasst werden, nachdem ein weiterer Vorfall gemeldet wurde.

Auf dem Posten stellte sich heraus, dass der Mann wohl für mehrere Vorfälle verantwortlich ist. Der mutmassliche Exhibitionist ist teilweise geständig, gegen ihn läuft nun eine strafrechtliche Untersuchung. Doch bereits einen Tag nach der Verhaftung ist der 50-Jährige wieder auf freiem Fuss: Die Polizei teilt auf Anfrage mit, dass sich der Schweizer zurzeit nicht in Haft befindet.

«Ich habe mega Angst»

Im Schulhaus Kleefeld, in dessen Nähe laut «Bund» ein 12-jähriges Mädchen letzten Freitag Opfer eines Exhibitonisten wurde, ist die Stimmung weiterhin angespannt. «Ich habe mega Angst», sagt eine Mitschülerin zu 20 Minuten. Und eine andere Schülerin: «Ich darf nicht mehr alleine zur Schule gehen.» Sie sei in derselben Klasse wie das Opfer. «Es ist ein komisches Gefühl, zu wissen, dass hier ein Mann rumläuft, der einfach seinen Mantel öffnet und nackt dasteht.»

Auch unter den Eltern ist die Angst gross. «Wenn ich einen Mann sehe, den ich nicht kenne, kommt er mir gleich verdächtig vor», sagt eine Mutter, die ihre beiden Kinder am Mittag von der Schule abholt. Auch für ihre 6- und 9-jährigen Kinder sei die Situation schwierig: «Sie verstehen nicht, warum sie nicht mehr alleine in die Schule dürfen.»

Mehr als ein Exhibitionist?

Einige Mütter holen ihre Kinder aber nicht bloss ab, sondern patrouillieren vor und während der grossen Pause um das Schulhaus. Sie glauben nicht, dass es nur ein Exhibitionist war, sondern das derzeit mehrere Täter unterwegs sind: «Die betroffenen Kinder beschreiben den oder eben die Täter jeweils ganz unterschiedlich», so eine der Frauen. Die besorgten Mütter wollen mit dem Sicherheitsrundgang weitermachen, bis sich die Lage wieder beruhige.

Auch der «Bund» geht von mehr als einem Täter aus: So entblösste sich am Donnerstagabend ein Mann im Schulhaus Höhe vor dem Abwart. Die Beschreibung des Mannes passe aber nicht auf den Exhibitionisten, der am Montag angehalten wurde, wie eine Polizeisprecherin angab. Auch ist der 50-jährige nur teilweise geständig. Ob er in Zusammenhang mit den anderen Vorfällen steht, wird zurzeit noch untersucht.

Deine Meinung