Strafgericht BS: Exhibitionist zeigt seinen Penis einem Kind im Tram
Aktualisiert

Strafgericht BSExhibitionist zeigt seinen Penis einem Kind im Tram

Am Montag verurteilte das Strafgericht Basel-Stadt einen 56-Jährigen. Er hatte einer Neunjährigen im Tram seinen Penis gezeigt.

von
jd
Der Mann wurde verurteilt, weil er sich in einem 11-er Tram vor einer Neunjährigen entblösste.

Der Mann wurde verurteilt, weil er sich in einem 11-er Tram vor einer Neunjährigen entblösste.

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Ein einschlägig verurteilter Exhibitionist sass am Montag vor dem Basler Strafgericht. Er habe vor rund eineinhalb Jahren im 11er-Tram sein T-Shirt hochgeschoben, um den Blick auf seine offene Hose und sein Geschlechtsteil zu offenbaren, so die Anklage. Dies tat der 56-Jährige wohlwissend darüber, dass er im Sichtfeld eines neunjährigen Mädchens stand und «ausschliesslich in der Absicht, sich vor dem Kind zu entblössen», heisst es weiter.

Der Portugiese, der laut eigenen Aussagen unter schweren Depressionen leidet, gab vor dem Strafrichter zu Protokoll, dass er sich an die Tram-Fahrt und die Episode zwischen Aeschenplatz und Bankverein nicht mehr erinnern könne. «Aber ich befinde mich deswegen in Therapie und habe einen guten Arzt, dem ich mich anvertrauen kann und mit dem ich über mein Problem sprechen kann», sagte der Beschuldigte, der nur wenige Wochen vor der angeklagten Tat bereits wegen sexueller Handlungen mit einem Kind und Exhibitionismus zu gemeinnütziger Arbeit verurteilt worden war. Ein Teil des Strafmasses wurde damals bedingt ausgesprochen.

Neunjährige zutiefst verängstigt

«Das Verschulden wiegt nicht leicht. Er hat einem neunjährigen Kind seinen Penis gezeigt und es dadurch zutiefst verängstigt», sagte der Richter während der Hauptverhandlung. Das geschockte Mädchen habe verwirrt zu weinen begonnen und seine Mutter, die mit dem Rücken zu ihrer Tochter und dem Angeklagten gesessen sei, am Barfüsserplatz darum gebeten schnellstmöglich das Tram zu verlassen. Erst nach dem Aussteigen sei sie in der Lage gewesen, über den Vorfall zu berichten.

«Berücksichtigt man die neuen, positiven Entwicklungen, die mit der Therapie des Beschuldigten erreicht wurden, scheint es knapp gerechtfertigt, die Vorstrafe nicht zu vollziehen und die Massnahmen nochmals aufzuschieben», so der Richter in der Urteilsverkündung. Er sprach den 56-Jährigen schuldig und verurteilte ihn zu 45 Tagessätzen à 70 Franken auf Bewährung. Zudem muss er 1000 Franken Busse zahlen und erhielt die Weisung, die therapeutische Behandlung weiterzuführen, bis sie aus Sicht des Arztes nicht mehr notwendig sei.

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