Sanierungsarbeiten: Exhumierungen werden wegen schlechter Verwesung von Toten nötig  
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SanierungsarbeitenExhumierungen werden wegen schlechter Verwesung von Toten nötig  

Der Friedhof Ebikon muss saniert werden. Bei Vorarbeiten sind negative Überraschungen aufgetreten: Der Boden ist an vielen Orten lehmhaltig und enthält Stauwasser. Darum werden Exhumierungen nötig.  

von
Daniela Gigor
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Erich Aeschlimann ist für die Sanierung des Friedhofs in Ebikon verantwortlich. 

Erich Aeschlimann ist für die Sanierung des Friedhofs in Ebikon verantwortlich. 

Gemeinde Ebikon 
Anfang Woche wurden die Arbeiten zur kompletten Sanierung des Friedhofs in Ebikon gestartet.

Anfang Woche wurden die Arbeiten zur kompletten Sanierung des Friedhofs in Ebikon gestartet.

Gemeinde Ebikon 
Die Arbeiten in Ebikon erfolgen in Etappen, sodass die Sanierung rechtzeitig auf Allerheiligen und somit per 1. November beendet sein sollten. 

Die Arbeiten in Ebikon erfolgen in Etappen, sodass die Sanierung rechtzeitig auf Allerheiligen und somit per 1. November beendet sein sollten. 

Pfarrei St. Maria Ebikon 

Darum gehts 

  • Bei Vorarbeiten zur Friedhofsanierung in Ebikon sind negative Überraschungen aufgetreten. 

  • Aufgrund der Bodenbeschaffenheit verwesen die Toten schlecht und müssen darum teilweise exhumiert werden. 

  • Die Gemeinde und der beauftragte Spezialist versprechen, dass diese Arbeiten pietätvoll ausgeführt werden. 

  • So sollen sämtliche Überreste von Verstorbenen umgebettet werden. 

Die Arbeiten zur kompletten Sanierung des Friedhofs in Ebikon sind schon diese Woche gestartet. Weil eine Friedhofsanierung jeweils Spezialwissen benötigt, wurde die Urner Firma Tony Linder und Partner mit der Planung und Ausführung beauftragt. In einem ersten Schritt wurde eine Standesaufnahme gemacht und der Friedhof digitalisiert. In einem zweiten Schritt wurde eine Platzbedarfsanalyse durchgeführt und eruiert, wann welche Grabesruhe ausläuft. Dank diesen Vorarbeiten konnte ein Konzept erstellt werden. «Darin ist enthalten, was für Arbeiten jetzt durchgeführt werden und welche in Zukunft anstehen», erklärt Aeschlimann und weiss: «Auf dem Friedhof in Ebikon gibt es keinen Platzmangel. Die Schwierigkeit besteht darin, dass sich der Boden in einem schlechten Zustand befindet.»

Bei Sondierungen des Bodens hat sich gezeigt, dass der Boden an vielen Orten lehmhaltig ist und Stauwasser enthält. «Das ist schlecht für den Verwesungsprozess», sagt Aeschlimann. «Deshalb handelt es sich bei einem Grossteil der begonnenen und anstehenden Arbeiten um eine sogenannte Bodensanierung. Ziel ist ein möglichst luftdurchlässiger Boden, der eine komplette, rasche Verwesung der Verstorbenen ermöglicht.» Dafür braucht es Sickerleitungen, wasserdurchlässige Sedimente und einen Bodenaustausch, bei dem altes durch neues Material ersetzt wird. Die Arbeiten in Ebikon werden in Etappen ausgeführt, sodass die Sanierung rechtzeitig auf Allerheiligen und somit per 1. November beendet sein sollte. 

Besucher, die sich an Arbeiten stören, sollen sich bei Gemeinde melden 

In diesem Rahmen wird es auch zu Exhumierungen von ehemaligen Grabfeldern kommen. Aeschlimann versichert: «Unsere Exhumations-Spezialisten führen diese Arbeiten pietätvoll aus.» Wo es nötig ist, wird darum mit Sichtschutz gearbeitet, damit niemand von den Arbeiten gestört wird. Wichtig ist Aeschlimann zu betonen, «dass sämtliche Überreste von Verstorbenen umgebettet werden und in der Gebeine-Grabstätte auf dem Friedhof Ebikon bleiben.» Die Arbeiten würden auch so ausgeführt, dass auf dem Friedhof immer die nötige Ruhe herrscht. Während Beerdigungen werden Arbeiten unterbrochen, wie die Gemeinde Ebikon am Donnerstag weiter mitteilte. Falls sich aber dennoch eine Besucherin oder ein Besucher gestört fühlen sollte, wird diese Person gebeten, sich direkt bei der Gemeinde zu melden.

Zusätzlich wird in der ersten Sanierungsetappe ein Teil der Hauptwege frisch asphaltiert. Oberirdische Arbeiten zur optischen Verschönerung gibt es bei den Kindergräbern. Ein Denkmal soll den neuen Engelfriedhof für verstorbene Ungeborene schmücken. Bereits fertig ist die neue Aschengruft, die künftig das zentral gelegene Gemeinschaftsgrab erweitert.

Trauerst du oder trauert jemand, den du kennst?

Hier findest du Hilfe:

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Seelsorge.net, Angebot der reformierten und katholischen Kirchen

Muslimische Seelsorge, Tel. 043 205 21 29

Jüdische Fürsorge, info@vsjf.ch

Lifewith.ch, für betroffene Geschwister

Verein Regenbogen Schweiz, Hilfe für trauernde Familien

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Pro Senectute, Beratung älterer Menschen in schwierigen Lebenssituationen

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