Aktualisiert 14.07.2009 17:55

ChinaExil-Uiguren bitten Tibeter um Unterstützung

Exil-Uiguren haben die Tibeter zur Unterstützung ihrer Proteste gegen das chinesische Regime aufgerufen. Der Welt-Uigurenkongress schrieb dem Dalai Lama, Uiguren wie Tibeter seien beide «Opfer der chinesischen imperialistischen Kolonialisierung».

Die chinesischen Minderheiten müssten zusammenstehen, um ihre Stimmen lauter und stärker zu machen. «Vereint stehen wir, getrennt verlieren wir», heisst es. Die Exil-Uiguren planen weltweite Proteste vor chinesischen Botschaften ähnlich denen der Exil-Tibeter im vergangenen Jahr.

Bei den Unruhen in Xinjiang sind seit dem 5. Juli nach offiziellen chinesischen Angaben 184 Menschen getötet worden, 137 davon Han-Chinesen und 46 Angehörige des Turkvolkes der Uiguren. Exil-Uiguren sprachen dagegen von bis zu 3000 Toten.

Zwist mit türkischer Regierung

Indes wies die chinesische Regierung Vorwürfe der Türkei zurück, die anhaltende Gewalt gegen die Uiguren komme einem Völkermord gleich. In einem Leitartikel der staatlichen Zeitung «China Daily» rief China den türkischen Ministerpräsidenten Tayyip Erdogan dazu auf, seine Aussagen zurückzunehmen.

Erdogans Bemerkung, wonach die Unruhen einem «Völkermord» an den Uiguren gleichkomme, sei eine «unverantwortliche und grundlose Beschuldigung». «Verdrehen Sie die Tatsachen nicht», heisst es. Die Tatsache, dass die meisten der Getöteten Han-Chinesen seien, spreche «Bände über die Art des Ereignisses».

Erdogan hatte die chinesische Regierung am Samstag aufgefordert, die «Assimilierung» des Turkvolks der Uiguren in China zu beenden und die Menschenrechte zu achten. Bereits am Freitag hatte Erdogan die Ereignisse in Xinjiang als «eine Art Völkermord» bezeichnet und gesagt, es sei unverständlich, dass die Führung in Peking den «Gräueltaten» tatenlos zusehe.

Al-Kaida droht mit Anschlägen

In Urumqi, der Hauptstadt der autonomen Region Xinjiang, blieb es ruhig. Im mehrheitlich von Uiguren bewohnten Teil der Stadt waren zahlreiche Spezialeinheiten der Polizei postiert, eine Moschee und viele Geschäfte blieben geschlossen.

Nach dem Tod zweier Uiguren am Montag war die Lage jedoch weiter angespannt. Die beiden Männer hätten versucht, zum «Heiligen Krieg» aufzurufen, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua am Dienstag.

Wegen des Vorgehens gegen die muslimischen Uiguren rief das Terrornetzwerk Al-Kaida erstmals zu Vergeltungsschlägen gegen im Ausland lebende Chinesen auf.

Die Drohung der in Algerien ansässigen Al-Kaida-Ableger Al-Kaida im Islamischen Maghreb (AQIM) müsse ernst genommen werden, heisst es in einem Bericht der internationalen Beratungsorganisation Stirling Assynt, welcher der Nachrichtenagentur AFP vorlag.

(sda)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.