Verkauft: Exklusive Sportwagenschmiede kauft Saab
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VerkauftExklusive Sportwagenschmiede kauft Saab

Nun ist der Vertrag unter Dach: Die exklusive schwedische Sportwagenschmiede Koenigsegg hat die insolvente General-Motors-Tochter Saab gekauft. Die Verkäufe von Saab waren innerhalb der letzten Jahre dramatisch eingebrochen.

Koenigsegg übernimmt die von GM an Saab gehaltenen Anteile komplett. Saab beschäftigt in Schweden 3400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, bei Zulieferern sind weitere 12 000 Menschen tätig. Der Autohersteller machte 2008 einen Verlust von drei Milliarden Kronen (443 Millionen Franken).

Die Verkäufe waren zuvor drastisch eingebrochen: Innerhalb von zwei Jahren schrumpfte der Autoabsatz von 133 000 auf gut 93 000 Wagen. Der Sportwagenhersteller Koenigsegg wurde 1994 gegründet und stellt pro Jahr rund 20 Luxus-Autos her, die jeweils über eine Million Euro kosten. Koenigsegg selbst beschäftigt 45 Mitarbeitende.

Saab hatte im Februar Insolvenz angemeldet und versucht derzeit, mit einer grundlegenden Sanierung des Unternehmens wieder auf Kurs zu kommen. Die bis vor kurzem insolvente US-Mutter GM suchte monatelang einen Käufer für ihre schwedische Tochter. Im vergangenen Juli hatten sich GM und Koenigsegg grundsätzlich auf einen Verkauf geeinigt. Saab gehört seit zwei Jahrzehnten zu GM.

GM-Europe-Chef Carl-Peter Forster nannte die Einigung am Dienstag «einen wichtigen Schritt auf der Reise zu einem möglichen Abschluss». Bedingung für eine Transaktion sei ein Kredit der Europäischen Investitionsbank (EIB) mit einer Garantie der schwedischen Regierung, erläuterte Forster.

EIB-Darlehen

Koenigsegg hofft auf ein EIB-Darlehen im Volumen von rund 450 Mio. Euro. Der Koenigsegg-Direktoriumsvorsitzende Augie Fabela sagte der Wirtschaftszeitung «Dagens Industri» zufolge, dass darüber hinaus noch rund 300 Mio. Euro fehlten. Die EIB wird voraussichtlich bis Ende September über den Kreditantrag entscheiden.

Koenigsegg erklärte, die Übernahme werde voraussichtlich innerhalb eines Monats besiegelt werden, während GM Europe lediglich von einem Abschluss bis Jahresende sprach. (sda)

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