Aktualisiert 16.04.2015 14:04

Kampf gegen DämonenExorzismus ist der letzte Schrei

Teufelsaustreibungen boomen in zahlreichen Ländern Europas. Ausgelöst wurde das Phänomen durch Papst Franziskus, sagen Experten.

von
ann
Szene aus dem Film «Posession»: Mit vereinten Kräften versuchen der Rabbiner Tzadok (Matisyahu) und die Eltern (Jeffrey Dean Morgan, Kyra Sedgwick) der kleinen Em (Natasha Calis) den Dämon auszutreiben.

Szene aus dem Film «Posession»: Mit vereinten Kräften versuchen der Rabbiner Tzadok (Matisyahu) und die Eltern (Jeffrey Dean Morgan, Kyra Sedgwick) der kleinen Em (Natasha Calis) den Dämon auszutreiben.

Der Teufel ergreift von immer mehr Leuten Besitz. Dieser Glaube kursiert in den Reihen vieler Katholiken. Die Folge: Exorzismen boomen. Laut Religionsexperten ist für diesen Trend Papst Franziskus verantwortlich, der im vergangenen Jahr die Vereinigung der Exorzisten offiziell als private rechtsfähige Gesellschaft anerkannt hat. «Der Papst spricht ständig vom Teufel und hat sicherlich das Bewusstsein dafür geschärft», sagt Cesare Truqui, mexikanisch-stämmiger Priester der Diözese Chur, im Interview mit der britischen Zeitung «The Telegraph».

Der zum Exorzist ausgebildete Pater sagt, er habe schon an rund hundert Exorzismen teilgenommen. Zu den Symptomen, die eine Dämonenaustreibung erforderlich machen würden, gehöre unter anderem obsessives Verhalten. «Ich haben eine Frau behandelt, die sich acht Stunden pro Tag die Haare kämmte, und einen Mann, der täglich unzählige Male masturbierte.»

«Kann psychische Störungen und Dämonen unterscheiden»

Truqui sagt, er könne unterscheiden, ob jemand an einer psychischen Störung leide oder von Dämonen besessen sei. Wenn Leute «plötzlich eine alte Sprache sprechen, unvermutet übernatürliche Kräfte haben oder gar schweben können», dann seien das klassische Zeichen, dass böse Kräfte am Werk sind.

Der Churer Priester besucht derzeit eine Exorzismus-Konferenz an der päpstlichen Universität Regina Apostolorum in Rom. Daran nehmen rund 160 Geistliche aus der ganzen Welt teil, die alle überzeugt sind, dass Menschen vermehrt im Griff des Bösen sind. Dämonen sollen schuld sein an Pornografie, Drogen und Okkultismus.

Zahl der Exorzismen ist explodiert

Innert weniger Jahre ist offenbar die Anzahl der Exorzismen in Ländern wie Spanien, Grossbritannien und Italien geradezu explodiert, wie der «Telegraph» schreibt. Entsprechend steigt der Bedarf an ausgebildeten Exorzisten. In der Diözese von Mailand etwa gab es bis vor Kurzem fünf darauf spezialisierte Priester – heute sind es zwölf. In der Diözese von Rom soll gar jeder dritte Telefonanruf, den katholische Offizielle erhalten, eine Anfrage zum Exorzismus sein.

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