Schönes Osterwetter: Experte erwartet deutlichen Anstieg von Zeckenstichen
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Schönes OsterwetterExperte erwartet deutlichen Anstieg von Zeckenstichen

Die schönen Ostertage luden vielerorts ein, die Tage draussen zu verbringen. Dies erhöht auch das Risiko, von einer Zecke gestochen zu werden. Im April wird ein deutlicher Anstieg erwartet.

von
Vanessa Travasci
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Besonders nach warmen Feiertagswochenenden steigt das Risiko eines Zeckenstichs. 

Besonders nach warmen Feiertagswochenenden steigt das Risiko eines Zeckenstichs. 

https://zecke-tique-tick.ch/de/
Bei einem Zeckenstich kann das FSME-Virus übertragen werden, womit das Risiko einer Hirnhautentzündung stark steigt. 

Bei einem Zeckenstich kann das FSME-Virus übertragen werden, womit das Risiko einer Hirnhautentzündung stark steigt. 

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In den letzten zwei Jahren war der Peak der gemeldeten FSME-Fälle im Juni.

In den letzten zwei Jahren war der Peak der gemeldeten FSME-Fälle im Juni.

BAG Schweiz

Darum gehts

  • Im April wird ein deutlicher Anstieg von Zeckenstichen erwartet, wie die Ansteckung mit dem FSME-Virus.

  • Besonders seit Corona werden Naherholungsgebiete wie der Wald rege genutzt. Auch Gärten stellen ein Risiko dar.

  • Seit fünf Jahren stiegen die Infektionszahlen deutlich. Ein Abflachen dieses Trends ist nicht zu erwarten. 

Ostern zeigte sich dieses Jahr mit warmem Wetter und viel Sonnenschein. Dies gab Anlass, die Freizeit draussen in der Natur zu verbringen. Zeitgleich erwartet Experte Werner Tischhauser einen deutlichen Anstieg der Zeckenstiche. «Die Zahlen im April werden die vom März deutlich übersteigen. Auch die Vegetation hat die letzten zwei Wochen zugelegt. Die aus der Winterstarre erwachten Zecken lauern bodennah bei den Grashalmen, sowie in Büschen und Hecken, aktiv auf Blutwirte auf».

Der Vizepräsident der Liga für Zeckenkranke Schweiz warnt: «In den letzten fünf Jahren zeigte sich ein hohes Niveau an Zeckenstichen und der damit verbundenen Krankheit FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis). Dieser Trend wird auch dieses Jahr nicht abflachen.» Das Bundesamt für Statistik meldete die letzten zwei Jahre einen Höchststand der Infektion im Monat Juni, welche ein hohes Risiko einer Gehirnhautentzündung mit sich bringt. «Der Wald, Randzonen, sowie Naherholungsgebiete sind für Zecken besonders attraktiv. Aber auch Gärten stellen ein Risikogebiet dar, wo Mensch und Zecke aufeinandertreffen», betont Tischhauser auf Anfrage.

Warum es zu einem klaren Anstieg von Zeckenstichen in den letzten Jahren kam, habe verschiedene Ursachen. «Grossräumige und gesellschaftliche Veränderungen haben stattgefunden. Der Mensch ist viel draussen, seit Corona wurde der Wald zum Naherholungsgebiet schlechthin, die Erderwärmung, wie auch Verbuschung in Randzonen, spielen eine Rolle», erklärt der ehemalige Zeckenforschende der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften.

Auch in höheren Lagen zunehmend verbreitet

Auch bei der Zecke selbst müsse es zu einer Veränderung gekommen sein. «Dass sich die Zecke nur bis 1500 Meter über Meer aufhält, stimmt schlicht nicht mehr. Schätzungsweise überlebt sie bis zur Baumgrenze, überall, wo es nicht zu kalt ist und sie noch einen Wirt findet, um sich ernähren zu können. Die Zecke hat sich auch geografisch ausgedehnt. In Skandinavien, auf Höhe des Polarkreises, sind durch die vielen Zeckenstiche schon Elche gestorben. Das gab es vorher nie.»

Wie sich die monatlichen Stiche und die dazugehörigen FSME-Fallzahlen dieses Jahr verhalten werden, bleibt abzuwarten und Werner Tischhauser ergänzt: «Dies ist auch immer witterungsbedingt. Besonders über die Feiertage, an welchen sich die Menschen in der Natur aufhalten können. Nach dem Sommer werden die Zahlen dann wieder abflachen.»

Stich oder Biss?

Umgangsprachlich wird meist von einem Zeckenbiss gesprochen, wenn sich jemand eine Zecke eigefangen hat. Tatsächlich aber sticht die Zecke ihre Opfer, wie Zecken.de schreibt. Sie verfügt dafür über einen Stechrüssel (Hypostom), durch den sie Blut saugt. Ihre scherenartigen Mundwerkzeuge (Cheliceren) benutzt sie, um die Haut des Wirtes aufzureissen. Anschliessend gräbt sie mit ihrem Stechrüssel eine Grube in das Gewebe, wo sich Blut, Lymphe und Gewebebrei sammeln. Spezielle Substanzen im Zeckenspeichel verhindern die Gerinnung dieses Gemischs, das die Zecke über mehrere Tage hinweg nach und nach aufsaugt. Der Zeckenbiss ist also kein Biss, sondern ein Zeckenstich. (jcg)

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