Unbekannte Ursache: Experten in Tansania untersuchen mysteriöse, tödliche Krankheit

Publiziert

Unbekannte UrsacheExperten in Tansania untersuchen mysteriöse, tödliche Krankheit

In Tansania sind drei Personen an einer mysteriösen Krankheit gestorben. Die Symptome erinnern an die, die von Ebola- und Marburgviren ausgelöst werden. Doch nach derzeitigem Stand spielen diese Erreger beim Ausbruch keine Rolle. 

von
Fee Anabelle Riebeling
1 / 8
Aus Tansania wird eine mysteriöse, tödliche Krankheit gemeldet. 

Aus Tansania wird eine mysteriöse, tödliche Krankheit gemeldet. 

Screenshot My Google Maps
Sie äussert sich durch Fieber, starke Kopfschmerzen, Müdigkeit und Blutungen, insbesondere aus der Nase.

Sie äussert sich durch Fieber, starke Kopfschmerzen, Müdigkeit und Blutungen, insbesondere aus der Nase.

Getty Images
Damit ähneln die Symptome jenen einer Infektion mit dem Ebola- …

Damit ähneln die Symptome jenen einer Infektion mit dem Ebola- …

Wikimedia Commons/CDC/Cynthia Goldsmith/PD

Darum gehts

  • In dem ostafrikanischen Land Tansania sind Fälle einer mysteriösen Krankheit aufgetaucht. 

  • 13 Personen sind an der Infektion unbekannten Ursprungs erkrankt. 

  • Zwei von ihnen starben. 

  • Es wird vermutet, dass die Krankheit mit den Auswirkungen der Umweltzerstörung zusammenhängt.

Tansania untersucht eine unbekannte Krankheit im Süden des Landes, der drei Menschen zum Opfer gefallen sind. Insgesamt wurden 13 Fälle in der Gemeinde Ruangwa in der Region Lindi gemeldet.

Die Betroffenen leiden an Fieber, starken Kopfschmerzen, Müdigkeit und Blutungen, insbesondere aus der Nase. Damit ähneln die Symptome jenen, die bei Infektionen mit dem Ebola- oder dem Marburgvirus auftreten. Doch nach Angaben des Gesundheitsministeriums schliessen die vorläufigen Ergebnisse der Labortests diese Erreger in diesen Fällen aus.

Neben den 13 Erkrankten, die im Mbekenyera-Gesundheitszentrum behandelt wurden, gibt es «fünf weitere Patienten, die sich in ihren Häusern im Bezirk Kilwa isoliert haben», zitiert Thecitizen.co.tz Aifelo Sichalwe, den Chefarzt des Zentrums. Die Suche nach Kontaktpersonen sei in allen Fällen im Gange.

Mehr Interaktion zwischen Menschen und wilden Tieren

Worauf die Häufung der mysteriösen Fälle zurückzuführen ist, ist laut der tansanischen Präsidentin Samia Suluhu Hassan derzeit noch völlig offen: Forschende seien damit beschäftigt, die Ursache zu finden und Wege zu finden, die Krankheit einzudämmen.

«Wenn es sich um einen oder zwei Fälle gehandelt hätte, hätte man annehmen können, dass es sich um hohen Blutdruck handelt, der die Nerven zum Platzen bringt. Aber bei mehreren Fällen halten wir es für eine mysteriöse Krankheit, die durch die zunehmende Interaktion zwischen Menschen und wilden Tieren verursacht worden sein könnte», so Suluhu an der 20. Vollversammlung der Vereinigung der Bischofskonferenzen in Ostafrika. Durch die Umweltzerstörung sei das Leben einiger wild lebender Tierarten gestört worden, sodass sie gezwungen seien, sich den menschlichen Siedlungen anzunähern, was wiederum Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit habe.

Dass der Klimawandel das Risiko für künftige Pandemien erhöhe, beschrieben US-Forschende erst im April im Fachjournal «Nature». Auch bei Covid-19 dürfte die Erderwärmung eine Rolle gespielt haben, so ein internationales Forschungsteam im Fachjournal «Science of the Total Environment».

Ruhe bewahren

Der Mediziner Sichalwe forderte die Tansanier auf, während der weiteren Untersuchungen Ruhe zu bewahren. Ausserdem rief er alle Personen, die ähnliche Symptome aufweisen, dazu auf, sofort einen Arzt aufzusuchen.

Bereiten dir neu auftretende Krankheiten Sorgen?

Erst vergangene Woche haben die Gesundheitsbehörden in Ghana nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zwei Marburgvirus-Fälle in einem Labor in der Hauptstadt Accra nachgewiesen. Sollten sich die Infektionen von zwei Patienten aus dem Landesinneren bestätigen, wäre es der erste Ausbruch des besonders oft tödlichen Marburgfiebers in dem westafrikanischen Land.

Das Mar­burg­virus, das ein hämorrhagisches Fieber auslöst, ist nah verwandt mit dem Ebola-Erreger. Mindestens jeder vierte Infizierte stirbt. Die WHO bereitet sich nach eigenen Angaben auf einen möglicherweise grösseren Ausbruch vor. Zudem werden die Proben derzeit im Institut Pasteur in Dakar in Senegal von der WHO untersucht. Beide Patienten, die aus der Ashanti-Region stammten, aber nicht miteinander verwandt waren, sind gestorben. 

Erst vor einem Jahr war es zum ersten Mal in Westafrika zu einem Marburgvirus-Ausbruch gekommen, in Guinea. Damals erkrankte nur eine Person. Der Mann verstarb. Gegen den Erreger hilft kein Medikament, auch einen Impfstoff gibt es nicht.

1 / 16
Zum zweiten Mal innerhalb knapp eines Jahres könnte es in Westafrika Infektionen mit dem hochgefährlichen Marburgvirus geben. 

Zum zweiten Mal innerhalb knapp eines Jahres könnte es in Westafrika Infektionen mit dem hochgefährlichen Marburgvirus geben. 

Wikimedia Commons/ University of Texas Medical Branch at Galveston/CC BY-SA 4.0
Anfang Juli 2022 wurde der Erreger bei zwei Menschen in Ghana nachgewiesen. Beide Personen verstarben.

Anfang Juli 2022 wurde der Erreger bei zwei Menschen in Ghana nachgewiesen. Beide Personen verstarben.

Screenshot My Google Maps
Der erste Fall in Westafrika wurde im August 2021 in Guinea entdeckt, wie die WHO-Regionaldirektorin Matshidiso Moeti damals mitteilte. 

Der erste Fall in Westafrika wurde im August 2021 in Guinea entdeckt, wie die WHO-Regionaldirektorin Matshidiso Moeti damals mitteilte. 

Screenshot My Google Maps

Wissen-Push

Abonniere in der 20-Minuten-App die Benachrichtigungen des Wissen-Kanals. Du wirst über bahnbrechende Erkenntnisse und Entdeckungen aus der Forschung, Erklärungen zu aktuellen Ereignissen und kuriose Nachrichten aus der weiten Welt der Wissenschaft informiert. Auch erhältst du Antworten auf Alltagsfragen und Tipps für ein besseres Leben.

So gehts: Installiere die neuste Version der 20-Minuten-App. Tippe unten rechts auf «Cockpit», dann «Einstellungen» und schliesslich auf «Push-Mitteilungen». Beim Punkt «Themen» tippst du «Wissen» an – et voilà!

Deine Meinung

50 Kommentare