Aktualisiert 08.12.2008 19:29

FussballExperten kritisieren Protectas-Einsatz bei YB-FCL

Nicht der ruppige Schlagstockeinsatz der Protectas, sondern der Befehl der Stadionleitung war daneben: Dies hält ein Gutachten zu den Ausschreitungen im Stade de Suisse fest.

von
Patrick Marbach

«Der Entscheid, die politisch motivierten Transparente zu entfernen, war falsch», betont Michel Wuilleret. Der Präsident des SFV-Sport­gerichts hat die unschönen Vorfälle beim YB-Heimspiel gegen Luzern vom 16.11. anhand von Videobildern untersucht – und kommt in seinem unabhängigen Expertenbericht jetzt zum Schluss, dass die Protectas-Sicherheitsleute ihren Auftrag verhältnismässig ausführten, aber dabei von Fans behindert wurden.

Wuilleret nimmt auch einen Sicherheitsmann in Schutz, der mit einem Schlagstock auf einen Matchbesucher einprügelte: Dies sei der einzige Weg gewesen, um dem Fan ein Transparent mit der Aufschrift www.nein-zu-polizeiwillkuer.ch zu entreis­sen.

«Alle Beteiligten haben Fehler gemacht. Wir haben uns für unseren Teil schon mehrfach entschuldigt», erklärt YB-Sprecher Charles Beuret. Man denke aber nicht daran, die verletzten Matchbesucher zu entschädigen.

Luzerner Fanorganisationen haben dazu aufgerufen, gegen die Protectas vor Gericht zu ziehen. Sie halten an ihrer Meinung fest, dass der Einsatz unverhältnismässig war.

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