AKW-Inspektion: Experten nehmen Mühleberg unter die Lupe
Aktualisiert

AKW-InspektionExperten nehmen Mühleberg unter die Lupe

Das Bundesgericht entscheidet bald, ob das AKW Mühleberg 2013 vom Netz muss. Sind deshalb jetzt
15 Inspektoren vor Ort?

von
Markus Ehinger
Blick in den geöffneten Reaktordruckbehälter des Kernkraftwerks Mühleberg.

Blick in den geöffneten Reaktordruckbehälter des Kernkraftwerks Mühleberg.

Im Dieselgeneratorenraum des Notstandsystems des AKW Mühleberg ist Rauchen strengstens verboten. Trotzdem fanden Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) dort Zigarettenstummel. Das war vor zwölf Jahren, als das AKW letztmals von einem Operational Safety Review Team unter die Lupe genommen wurde.

Seit dieser Woche ist wieder ein 15-köpfiges Team in Mühleberg und prüft die betriebliche Sicherheit. An die grosse Glocke hängen will die BKW die Inspektion nicht. Der Journalist Thomas Angeli vermutet in seinem privaten, atomkritischen Blog, dass die Inspektion für das Bundesgericht durchgeführt wird. Das Gericht entscheidet in den nächsten Monaten, ob Mühleberg Mitte 2013 der Stecker gezogen wird. «Da käme ein positiver Bericht der Experten gerade zum richtigen Zeitpunkt», sagt Angeli.

Dementi der BKW

Eine Verbindung zum bevorstehenden Gerichtsurteil verneint BKW-Sprecher Antonio Sommavilla: «Es gibt keinen direkten Zusammenhang. Es ist in unserem Interesse, dass wir allfällige Inputs zur weiteren Verbesserung der Betriebssicherheit erhalten.» Die Inspektoren sind noch bis am 25. Oktober in Mühleberg. Ihr Bericht wird in drei Monaten erwartet. Einen Zigarettenstummel sollten sie nicht mehr finden.

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