Aktualisiert 29.07.2014 13:00

MH17-AbsturzstelleExperten scheitern zum dritten Mal an Kämpfen

Die Ermittler sind in Donezk geblieben, weil an der Absturzstelle und auf dem Weg dorthin zu viel gekämpft wird. Die ukrainische Armee versucht derzeit, die Rebellen zu vertreiben.

Ermittler aus den Niederlanden und Australien sind den dritten Tag in Folge mit dem Versuch gescheitert, zur Absturzstelle des malaysischen Passagierflugzeugs vorzudringen.

Die Gruppe sei in der Stadt Donezk geblieben, weil an der Absturzstelle und auf dem Weg dorthin zu viel gekämpft werde, teilte das niederländische Justizministerium am Dienstag mit. Die ukrainische Armee versucht derzeit, pro-russische Separatisten aus dem Gebiet zu vertreiben.

Die australischen und niederländischen Experten sowie Vertreter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) sollen die Absturzursache aufklären und Dutzende, noch immer vermisste Tote finden helfen.

Bislang hinderten die anhaltenden Gefechte die Ermittler an ihrer Arbeit. Eine im Gebiet um die Absturzstelle ausgerufene Feuerpause ist seit dem Absturz von Flug MH17 am 17. Juli nie Realität geworden.

Granate trifft Seniorenheim

Bei schweren Gefechten zwischen Regierungseinheiten und Separatisten sind in der ostukrainischen Stadt Gorlowka mindestens 31 Zivilisten getötet worden, unter ihnen 8 Kinder.

Seit Tagen liege der Ort bei Donezk unter Artilleriebeschuss, teilte ein Sprecher der Stadtverwaltung am Dienstag mit.

Bei den Kämpfen seien zudem 43 Menschen verletzt worden. Die Armee und die pro-russischen Aufständischen gaben sich gegenseitig die Schuld an den Opfern. Das Militär sprach zudem von mindestens 44 Verletzten in eigenen Reihen.

Bei einem Granateneinschlag in einem Seniorenheim in Lugansk starben der Stadtverwaltung zufolge fünf Menschen. Acht wurden verletzt. Weite Teile der Grossstadt seien ohne Gasversorgung und Strom, hiess es.

Weiter hart umkämpft war auch die Stadt Schachtjorsk im Gebiet Donezk. Die ukrainische Armee habe dort mindestens vier Luftangriffe auf feindliche Stellungen geflogen, sagte der Kiewer Militärexperte Dmitri Tymtschuk. Schachtjorsk liege unter Minenwerferbeschuss. (sda)

Niederlande fordern Waffenruhe in Ostukraine

Der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte hat eine sofortige Waffenruhe bei der Absturzstelle von Flug MH17 in der Ostukraine verlangt.

Rutte forderte den ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko mit Nachdruck auf, die Gefechte zu stoppen, um die humanitäre Arbeit zu ermöglichen.

Kostbare Zeit gehe verloren, sagte Rutte nach den Worten eines Regierungssprechers. Der ukrainische Präsident soll zugesichert haben, alles für den sicheren Zugang der Experten zu tun. (SDA)

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