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«Heilmittel» EurobondsExperten sind skeptisch

Europa will gleichzeitig sparen und mit Eurobonds Wachstum finanzieren. Ökonomen sind skeptisch, ob das geht.

von
Leo Hug
Für Eurobonds: François Hollande.

Für Eurobonds: François Hollande.

An der Sparschraube drehen und trotzdem das Wachstum ankurbeln: Die EU-Länder wollen den Spagat wagen – mit Eurobonds. François Hollande propagierte sie bereits in seinem Wahlkampf. Jetzt schwenkt auch die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung auf ihre Einführung ein.

Mit Eurobonds würden die Eurostaaten gemeinsam Anleihen herausgeben. Schwächere Länder wie Italien oder Spanien könnten so von tieferen Zinsen profitieren. Für Deutschland würde sich die Geldaufnahme an den Märkten hingegen verteuern. Heute ist es umgekehrt: Weil die Eurostaaten separat Geld an den Märkten aufnehmen müssen, bezahlen starke Länder tiefe Zinsen und Schwache höhere.

Felix Brill, Chefökonom von Wellershoff und Partner, ist skeptisch: «Man könnte zwar Zeit gewinnen, die wirtschaftliche Schwerkraft können Eurobonds aber auch nicht aufheben. Die Haushaltspolitik müsste trotzdem konsolidiert werden.» Gar nichts Gutes kann Jamil Baz, Leiter Investmentstrategien der Londoner Investmentgesellschaft GLG-Partners, den Eurobonds abgewinnen: «Wenn das laufende Defizit der EU-Staaten durch Eurobonds finanziert wird, dann müsste Deutschland bei einem Ausfall der katholischen Länder acht Prozent seines Bruttoinlandprodukts aufwenden, um die Eurobonds zu bedienen. Das ist mehr als doppelt so viel, wie die Versailler Verträge von den Deutschen an Reparationskosten forderten.»

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