Experten vermuten Trittbrettfahrer
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Experten vermuten Trittbrettfahrer

Terrorismusexperten sehen in der jüngsten Explosionsserie in London das Werk von Trittbrettfahrern.

«Die vermeintlichen Anschläge wirken gegenüber den Selbstmordattentaten vor zwei Wochen dilettantisch», sagte Jeremy Binnie vom Forschungsinstitut Jane's. «Wenn es Bomben gewesen sind, waren es Blindgänger.» Anders als bei der Anschlagsserie vom 7. Juli, die 56 Menschen das Leben kostete, wurden am Donnerstag keine Menschen getötet - die Kraft der Sprengsätze war offenkundig zu gering.

Dies sei allerdings noch kein Beweis, dass es sich bei den Tätern tatsächlich nur um Nachahmer gehandelt habe, sagte Binnie. «Die Ermittler haben nach den Anschlägen vor zwei Wochen gewarnt, eine zweite Terrorzelle könne zuschlagen.»

Keith Burnet vom Königlichen Institut für Aussenpolitik sah die jüngsten Explosionen ebenfalls nicht als weiteren Terrorakt: «Alles deutet auf das Werk von Trittbrettfahrern hin. Die Täter waren lange nicht so versiert wie am 7. Juli.» Die Sicherheitskräfte hätten kaum ein Mittel, um derartige Aktionen zu verhindern. Man könne schliesslich nicht alle Fahrgäste von U-Bahnen und Bussen kontrollieren. Dass die Sicherheits- und Rettungskräfte am Donnerstag so schnell reagiert hätten, sei der Tatsache zu verdanken, dass nach wie vor eine erhöhte Warnstufe gelte, fügte er hinzu.

(dapd)

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