Zahlen auf Rechnung: Experten warnen vor Paypal und Klarna
Publiziert

Zahlen auf RechnungExperten warnen vor Paypal und Klarna

Beim Shopping im Netz zahlen viele die Rechnung über Online-Bazahldienste. Experten mahnen zur Vorsicht: Diese Methode kann schnell zur Mahnungsfalle werden.

von
Barbara Scherer
1 / 8
Beim Onlineshopping ist Vorsicht geboten.

Beim Onlineshopping ist Vorsicht geboten.

KEYSTONE
Kunden sollten die Finger von Online-Bezahldiensten wie Paypal und …

Kunden sollten die Finger von Online-Bezahldiensten wie Paypal und …

KEYSTONE
… Klarna lassen.

… Klarna lassen.

Screenshot Klarna

Darum gehts

  • Experten warnen vor Online-Bezahldiensten.
  • Die Methode Zahlung auf Rechnung sei eine versteckte Vorkasse.
  • Deshalb sollten Konsumenten immer das Kleingedruckte lesen oder direkt bei den Händlern bestellen.

Der Onlinehandel erlebt in der Corona-Krise einen Boom. Viele shoppen im Internet und zahlen die Rechnung über Online-Bazahldienste. Doch jetzt mahnen Experten zur Vorsicht: Von Dienstleistern wie Paypal und Klarna solle man die Finger lassen, schreibt die Verbraucherzentrale Hamburg.

Denn bei der Zahlungsmethode Kauf auf Rechnung handle es sich oft um das genaue Gegenteil, nämlich eine Art Vorkasse: Liefert der Händler die Ware nicht, würden die Bezahldienste unter Androhung von Mahnungen das Geld trotzdem einfordern.

Rechnung direkt beim Verkäufer stellen

E-Commerce-Experte Reto Joller bestätigt: «Bei Zahlungsdienstleistern wie Klarna und Paypal fängt das Problem dann an, wenn es Unstimmigkeiten gibt.» Beispielsweise wenn die Ware nicht angekommen oder beschädigt ist. Käufer hätten dann Mühe, die Dienstleister zu kontaktieren und ihre Sichtweise darzulegen. Die vermeintliche Rechnung könne in diesem Fall schnell zu einer Art Vorkasse werden.

«So kann es vorkommen, dass man unschuldig in einen Mahnprozess gelangt und zur Rechnung gebeten wird», sagt Joller. Deshalb sollten Kunden besser den Kauf auf Rechnung direkt beim Verkäufer tätigen. Professionelle Händler würden in der Regel die Lieferung anbieten oder direkt mit den Kreditkartenanbietern zusammenarbeiten.

Das Kleingedruckte lesen

Dass direkt beim Händler bestellen sicherer ist, findet auch Sandro Graf, Marketing-Dozent an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften. «Doch das ist oft nicht möglich, denn für viele Händler sind Zahlungen auf Rechnung sehr aufwendig.» Deshalb greifen Händler auf Online-Bezahldienste wie Klarna, Paypal oder Byjuno zurück.

Kunden sollten laut Graf vor jeder Bestellung das Kleingedruckte der Anbieter genau lesen. «Die Bedingungen der Bezahldienstleister sind sehr unterschiedlich.» So haben Kunden bei Klarna 30 Tage Zeit, eine Rechnung zu begleichen. Rückt das Zahlungsdatum näher, aber die Bestellung ist noch nicht angekommen, sollen Kunden direkt den Händler kontaktieren. Gebe es Probleme, werde Klarna die Rechnung pausieren, heisst es auf der Website des Anbieters.

Bei Paypal können sich Kunden innerhalb von 180 Tagen nach der Zahlung melden, wenn sie die Ware nicht erhalten haben. Paypal stelle dann eine sichere Verbindung zwischen Käufer und Verkäufer her. Wird innerhalb von 20 Tagen keine einvernehmliche Lösung mit dem Verkäufer gefunden, könne ein Antrag auf Käuferschutz gestellt werden.

1,2 Millionen Schweizer Händler

In der Schweiz nutzen 1,2 Millionen Kunden den amerikanischen Online-Bezahldienst Paypal. Weltweit sind es 246 Millionen. 23’200 Personen arbeiten für den Bezahldienst. 2019 verzeichnete das Unternehmen einen Umsatz von über 17 Milliarden Dollar.

Klarna ist ein schwedisches Bezahlsystem, das weltweit 205’000 Händler in 17 Ländern nutzen. Rund 3000 Personen arbeiten für Klarna. 2019 verzeichnete das Unternehmen einen Umsatz von über 7 Milliarden schwedischen Kronen.

Deine Meinung

82 Kommentare