Aktualisiert 28.08.2012 09:09

Gefährlicher Stoff

Experten warnen vor Triclosan in Kosmetika

Triclosan steckt in vielen Seifen, Deos und Zahnpasten. Doch der umstrittene Bakterienhemmer soll die Herzleistung mindern und unfruchtbar machen. Dennoch sieht das Bundesamt für Gesundheit keinen Handlungsbedarf.

von
S. Ruckstuhl
Viele Kosmetika enthalten Triclosan. (Bild: Colourbox)

Viele Kosmetika enthalten Triclosan. (Bild: Colourbox)

Ob in Zahnpastas, MakeUp oder in Reinigungsmitteln: Der umstrittene Wirkstoff Triclosan ist in der Schweiz in diversen Produkten enthalten. Nun warnt ein Forscherteam der University of California vor Triclosan: Es könne für die menschliche Gesundheit schädlich sein.

Wie die Untersuchungen der Wissenschaftler ergeben haben, verminderte der Stoff bei Mäusen die Herzleistung um 25 Prozent. Die Muskelkraft nahm um 18 Prozent ab. Frühere Studien hatten zudem gezeigt, dass ein Zusammenhang zwischen Triclosan und Unfruchtbarkeit besteht.

Deutschland hat schon reagiert

Nun hat das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) reagiert und rät dem Verbraucher Triclosan zu meiden. Auch Johnson & Johnson hat die Notbremse gezogen und beschlossen, Triclosan aus allen Hautprodukten zu entfernen.

In der Schweiz sieht das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hingegen keinen Handlungsbedarf: Es beschränkt Triclosan in Kosmetika nur nach dem EU-Maximalwert von 0.3 Prozent und «beobachtet die europäische Diskussion», so eine Sprecherin.

Für Martin Wilks, Direktor des Schweizerischen Zentrums für angewandte Humantoxikologie ist unklar, ob die Überschreitung der maximal zulässigen Aufnahmemenge für den Menschen gesundheitschädigende Folgen hat. "Die Entwicklung einer Antibiotikaresistenz kann aber nicht sicher ausgeschlossen werden", so Wilks.

Verbot gefordert

Für den Schweizer Altlastenexperten Martin Forter ist die Reaktion des BAG nicht genug. Für ihn ist klar: «Solange wir nicht wissen wie gefährlich Triclosan für den menschlichen Körper ist, sollte der Bakterienhemmer in Kosmetika und Reinigungsmittel schlicht und einfach verboten werden.»

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