Experten: Zu warmer Herbst wegen Klimawandel
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Experten: Zu warmer Herbst wegen Klimawandel

Seit längerem gibt es Warnungen, dass wegen der weltweiten Erwärmung Wetterextreme verstärkt auftreten. So soll auch der warme Herbst 2006 eine Folge des Klimawandels sein.

Direkt verantwortlich für die Rekordtemperaturen sei zwar der Transport warmer Luft vom Mittelmeer nach Deutschland bei Süd- und Südwestwetterlagen gewesen, teilte das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) am Freitag mit. Forscher beobachteten jedoch seit den 20er und verstärkt seit den 80er Jahren eine Zunahme solcher Wetterlagen.

Obwohl Klimawissenschaftler diese Entwicklung mit der globalen Erwärmung in Verbindung brächten, seien sie von der Intensität in den vergangenen Monaten überrascht worden. «Dieser Herbst lieferte einen weiteren Mosaikstein für das sich immer deutlicher abzeichnende Bild des Klimawandels», erklärte PIK-Sprecherin Uta Pohlmann.

Seit längerem gibt es Warnungen, dass wegen der weltweiten Erwärmung Wetterextreme verstärkt auftreten. Pohlmann erinnerte an den Hitzesommer 2003 oder die Hochwasser am Alpennordrand 2005. «Als ein Klimaänderungszeuge kann auch der aussergewöhnlich heisse und trockene Juli 2006 in den Zeugenstand gerufen werden», sagte sie.

Nach den Messungen der Klimaforscher war der diesjährige Herbst der wärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Am PIK-Standort Potsdam etwa herrschte mit 12,3 Grad Mitteltemperatur ein Herbstwetter wie üblicherweise in Istrien oder auf der Krim. Damit wurde der Normalwert von 8,9 Grad an der Havel deutlich überschritten. Der Deutsche Wetterdienst hatte deutschlandweit mit 12,0 Grad sogar eine um 3,2 Grad höhere Temperatur gemessen.

(dapd)

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