Aktualisiert 08.11.2019 14:07

Teutschenthal (D)36 eingeschlossene Kumpel gerettet

Bei einer Verpuffung in der Grube Teutschenthal, nahe Leipzig, wurden zwei Menschen verletzt. Über 30 Bergwerkarbeiter waren vorübergehend eingeschlossen.

von
kat
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Nach einem Vorfall in der Grube Teutschenthal in Sachsen-Anhalt  waren über 30 Kumpel vorübergehend eingeschlossen.

Nach einem Vorfall in der Grube Teutschenthal in Sachsen-Anhalt waren über 30 Kumpel vorübergehend eingeschlossen.

Stringer
Zwei Personen wurden infolge einer Verpuffung verletzt.

Zwei Personen wurden infolge einer Verpuffung verletzt.

Reuters/Stringer
Inzwischen konnten alle Kumpel befreit werden.

Inzwischen konnten alle Kumpel befreit werden.

Stringer

Durch eine Verpuffung sind in einem als Deponie genutzten Bergwerk in Sachsen-Anhalt am Freitag zwei Arbeiter verletzt worden. Nach Polizeiangaben verliessen weitere 36 Bergleute die Grube in Teutschenthal bei Halle unversehrt.

Dem Betreiberunternehmen zufolge gab es am Vormittag eine örtlich begrenzte Verpuffung, bei der die zwei Männer im Alter von 24 und 44 Jahren verletzt wurden.

Die übrigen Arbeiter begaben sich laut Alarmplan zu zwei festgelegten Sammelpunkten, darunter ein Pausenraum. Von dort gelangten sie später unversehrt ins Freie. Die Grubeninfrastruktur blieb intakt. Laut Polizei verliessen die Männer die Grube selbstständig, nachdem die Lage überprüft worden war.

Auch die Verletzten konnten zu Fuss von der Unfallstelle geborgen werden, wie der technische Geschäftsführer des Grubenbetreibers, Erik Fillinger, vor Ort sagte. Sie kamen in ein Krankenhaus. Nähere Angaben zum Zustand der Männer lagen zunächst nicht vor. Laut Fillinger war einer nur leicht verletzt und äusserlich unversehrt, der anderer schwerer verletzt. Lebensgefahr bestand der Polizei zufolge bei beiden Betroffenen allerdings nicht.

Ebenfalls unklar war zunächst die Unglücksursache. Die Polizei und das Landesamt für Geologie und Bergwesen nahmen jeweils Ermittlungen auf. In Betracht kam laut Fillinger unter Umständen eine Wasserstoffverpuffung. In dem früheren Salzbergwerk würden unter anderem auch Stäube aus den Rauchfiltern von Müllverbrennungsanlagen eingelagert, in denen das brennbare Gas gebunden sei.

Die Grube ist ein sogenanntes Versatzbergwerk, das seit seiner Stilllegung 1982 unterirdisch verfüllt wird, um Oberflächenschäden zu verhindern. Zuvor wurde dort rund 80 Jahre lang Kalisalz gewonnen. Die Verfüllung erfolgt dabei mit Industrieabfällen, die in die alten Stollen gepresst werden. Geologische Salzformationen sind sehr undurchlässig. Alte Salzbergwerke dienen daher häufiger als unterirdische Deponien für gefährliche Abfallarten. (kat/sda)

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