Afghanistan: Explosion in Kabul - Tote und Verletzte
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AfghanistanExplosion in Kabul - Tote und Verletzte

Die Sicherheitslage in Afghanistan hat sich zwei Tage vor der Präsidentenwahl nochmals deutlich zugespitzt: Nahe der Hauptstadt Kabul riss ein Selbstmordattentäter sieben Menschen in den Tod, wenige Stunden nachdem Aufständische Mörsergranaten auf den Präsidentenpalast gefeuert hatten.

Bei dem Attentat am Stadtrand Kabuls wurden 50 Menschen teils schwer verletzt, darunter auch mehrere afghanische Mitarbeiter der Vereinten Nationen, wie Verteidigungsministerium und UN-Sprecher mitteilten. Mehrere Fahrzeuge gerieten durch die Explosion in Brand. Der Vorfall ereignete sich auf der Strasse von Kabul zum US-Stützpunkt Bagram. Erst am Samstag kostete ein Selbstmordanschlag vor dem Hauptquartier der NATO-Schutztruppe ISAF in Kabul sieben Zivilpersonen das Leben, Dutzende Menschen wurden verletzt.

Wie unsicher die Lage vor den Präsidenten- und Regionalwahlen ist, wurde bereits am Dienstagmorgen deutlich: Mörsergranaten schlugen in ummittelbarer Nähe des Präsidentenpalastes in Kabul ein. Der stellvertretende Sprecher von Präsident Hamid Karsai, Hamid Elmi, sagte, weder der Staatschef noch Mitarbeiter seien verletzt worden. Die Geschosse seien wohl «irgendwo auf dem Gelände» eingeschlagen, sagte Elmi. Schäden seien bislang nicht zu erkennen.

Die NATO-geführte Schutztruppe in Afghanistan kündigte unterdessen an, während der Präsidentenwahl am Donnerstag auf Angriffe zu verzichten. Lediglich Aktionen, die zum Schutz der Bevölkerung für nötig erachtet würden, sollten durchgeführt werden, erklärte das Militärbündnis am Dienstag. Eine ähnliche Anweisung hatte zuvor Präsident Hamid Karsai an die afghanischen Streitkräfte ausgegeben.

Die Sicherheitsvorkehrungen wurden vor den Wahlen im ganzen Land massiv verstärkt. Rund 175.000 afghanische Sicherheitskräfte sind im Einsatz. Zusätzlich sind rund 100.000 internationale Soldaten im Land, die am Wahltag aber eher im Hintergrund bleiben wollen, um den Eindruck einer Beeinflussung der Wahl zu vermeiden.

Taliban-Sprecher in Pakistan festgenommen

Im Nachbarland nahmen Sicherheitskräfte unterdessen den wichtigsten Sprecher der pakistanischen Taliban fest. Maulvi Omar sei am Montagabend in einem Dorf in einer Stammesregion in der Nähe der Grenze zu Afghanistan aufgegriffen worden, verlautete am Dienstag aus pakistanischen Geheimdienstkreisen. Örtliche Stammesälteste hätten geholfen, ihn ausfindig zu machen. Omar war Sprecher der Tehrik-e-Taliban Pakistan. Er rief in den vergangenen Jahren häufig Journalisten an, um sich im Namen der Taliban zu Terroranschlägen zu bekennen.

US-Präsident Barack Obama hat den Einsatz in Afghanistan unterdessen entschlossen verteidigt, obgleich er nicht mit einem schnellen Erfolg rechnet. Eine friedliche Zukunft sei für das Land weder rasch noch einfach zu erreichen, erklärte Obama am Montag vor Veteranen in Phoenix. Der derzeitige Militäreinsatz sei «nicht nur ein Krieg, der es wert ist, ihn zu führen», sondern «entscheidend für die Verteidigung unseres Volkes».

(dapd)

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