Aktualisiert 27.08.2012 08:59

Wegen GasleckExplosion in Raffinerie fordert 39 Tote

In der grössten Öl-Raffinerie Venezuelas kam es am Samstag zu einer Explosion. Die Zahl der Opfer steigt stündlich an. Im Land wurde eine dreitägige Staatstrauer angeordnet.

Ein Feuerball über der Raffinerie Amuay: Mindestens 39 Menschen verloren ihr Leben bei dem Unglück. (Quelle: AP Video)

Bei einer Explosion in einer der grössten Ölraffinerien der Welt sind in Venezuela am Wochenende mindestens 39 Menschen getötet worden. Mehr als 80 Menschen seien bei dem Unglück in der Stadt Amuay verletzt worden, teilte das Gesundheitsministerium mit. Präsident Hugo Chávez ordnete eine dreitägige Staatstrauer an.

Das Unglück im Bundesstaat Falcón im Nordwesten des Landes wurde nach Angaben des Energieministeriums durch ein Gasleck ausgelöst. Das entweichende Gas sei explodiert und habe zwei Öltanks und weitere Einrichtungen in Brand gesetzt. Die Regierung hatte die Zahl der Todesopfer zunächst mit 26 angegeben. Die Katastrophe ereignete sich demnach in der Nacht zum Samstag.

Unter den Toten seien 18 Mitglieder der Nationalgarde, die den Komplex bewacht hätten, sagte Vizepräsident Elías Jaua. Zudem seien 15 Zivilisten und sechs weitere Menschen gestorben, die noch nicht identifiziert seien. Von den 82 Verletzten wurden laut Jaua 15 weiter im Spital behandelt. Unter den Toten sei auch ein zehnjähriges Kind, sagte Stella Lugo, Gouverneurin von Falcón.

Mehr als 200 beschädigte Häuser

Offiziellen Angaben zufolge wurden in der Nähe der Raffinerie mehr als 200 Häuser und elf Geschäfte beschädigt. Die Häuser von 13 Familien seien vollständig zerstört worden. Viele Beschäftigte der Raffinerie wurden demnach in nahegelegene Wohnanlagen untergebracht.

Die Löscharbeiten in der Raffinerie dauerten in der Nacht zu Sonntag an. Allerdings sei das Feuer unter Kontrolle, es bestehe keine weitere Explosionsgefahr, sagte Energieminister Rafael Ramírez.

Schlechte Sicherheitsstandards

Chávez kündigte eine «gründliche Untersuchung» des Unglücks an. Die Tragödie treffe die gesamte «venezolanische Familie», sagte er in einer Telefonkonferenz mit seinen Kabinettsmitgliedern.

Die Raffinerie solle ihren Betrieb in zwei Tagen wieder aufnehmen, sagte Minister Ramírez, der auch dem Betreiber der Anlage, dem staatlichen Ölunternehmen PDVSA, vorsteht.

In der Vergangenheit hatten venezolanische Medien wiederholt über schlechte Sicherheitsstandards und mangelnde Wartung in den Raffinerien des Landes berichtet.

Venezuela ist der fünftgrösste Ölexporteur der Welt. Die Raffinerie von Amuay ist die grösste des Landes. Normalerweise werden dort bis zu 645 000 Barrel Rohöl pro Tag verarbeitet.

Quelle: Youtube/andrzejroso

(sda)

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