Aktualisiert 13.10.2011 15:52

Knapp unter EvakuierungsgrenzeExtrem hohe Radioaktivität in Tokio gemessen

Sieben Monate nach der Atomkatastrophe im AKW Fukushima wurden laut Medienberichten in der Hauptstadt Tokio radioaktive Strahlungen knapp unter dem für Evakuierungen vorgesehenen Grenzwert gemessen.

An einer Stelle am Strassenrand im Westen der Stadt Tokio betrage die Strahlung 3,35 Mikrosievert pro Stunde, berichtete der Fernsehsender NHK am Donnerstag.

Bei einer Hochrechnung entsprechend den Vorgaben des japanischen Wissenschaftsministeriums ergebe dies einen Jahreswert von 17,6 Millisievert. Ab 20 Millisievert im Jahr wäre laut geltenden Regelungen eine Evakuierung des Gebiets erforderlich.

Gebiet wird dekontaminiert

Nach NHK-Angaben wurde die Strahlung einen Meter über dem Boden an einer Hecke gemessen. Andere Stellen auf dem Trottoir wiesen demnach niedrigere Werte auf. Die städtischen Behörden in Tokio bestätigten die Angaben nur indirekt.

Rückkehr ins radioaktive Gebiet

Genaue Gründe für mögliche hohe Strahlungswerte seien nicht bekannt, sagte eine Sprecherin. Experten seien dabei, die Zahlen zu prüfen und das betroffene Gebiet zu dekontaminieren.

Fukushima: Erste Bilder aus dem Abklingbecken

Hohe Werte bereits am Mittwoch

Bereits am Mittwoch hatten die Behörden des westlichen Stadtteils bekannt gegeben, in der vergangenen Woche an einer Stelle einen Radioaktivitätswert von 2,7 Mikrosievert pro Stunde gemessen zu haben. Sie wiesen Schulkinder an, den betroffenen Gehweg zu meiden.

Das havarierte Atomkraftwerk Fukushima liegt 220 Kilometer von Tokio entfernt. Es wurde am 11. März von einem Erdbeben und einem anschliessenden Tsunami getroffen. (sda)

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