Extreme Hitze in den nächsten zehn Jahren
Aktualisiert

Extreme Hitze in den nächsten zehn Jahren

Das kommende Jahrzehnt bringt weitere Hitze-Rekorde: Mindestens die Hälfte der Jahre von 2010 bis 2014 wird demnach wärmer als das weltweit bislang heisseste Jahr 1998.

Das geht aus einem neuen Klimamodell hervor, das britische Wissenschafter im Journal «Science» (Bd. 317, S. 796) vom Freitag vorstellen. Das Modell beziehe ausser dem menschengemachten Treibhauseffekt auch Daten über natürliche Schwankungen in den Ozeanen und der Atmosphäre ein, die in andere Klimamodelle noch nicht eingeflossen seien.

Nach Berechnungen von Doug Smith vom Hadley Center in Exeter und seiner Kollegen wird sich die Erwärmung in den kommenden Jahren vielerorts zunächst verlangsamen, dann insgesamt aber stark beschleunigen.

Nach Angaben der UNO-Wetterorganisation (WMO) in Genf von Anfang der Woche brachte bereits das Jahr 2007 bislang mehrere Klimarekorde: Die Oberflächentemperatur an Land sei im Januar und April so hoch gewesen wie noch nie in diesen Monaten seit dem Beginn der Messungen im Jahr 1880.

Viele Extremereignisse

Im Januar war sie demnach 1,89 Grad Celsius höher als im Durchschnitt, im April waren es 1,37 Grad. Nach Angaben der WMO gab es in verschiedenen Regionen der Erde zahlreiche Extremereignisse.

Dazu zählt die Organisation den extrem starken indischen Monsun und den Wirbelsturm Gonu. Dieser sei der erste Wirbelsturm im Arabischen Meer gewesen, der im Sultanat Oman und später im Iran an Land gekommen ist.

In Südchina habe es Anfang Juni ungewöhnlich heftige Regenfälle gegeben, von den Überflutungen seien 13,5 Millionen Menschen betroffen gewesen. In England und Wales sei die Zeit von Mai bis Juli die nasseste seit Beginn der regionalen Aufzeichnungen 1766 gewesen.

Die britischen Forscher um Smith errechneten, dass es 2014 weltweit im Schnitt voraussichtlich um 0,1 bis 0,5 Grad wärmer sein werde als 2004.

Langjährige Zyklen einbezogen

Die meisten Klimamodelle berücksichtigen nach Angaben des Teams vor allem äussere Klimafaktoren wie menschengemachte Treibhausgase, Schwebepartikel in der Luft oder Veränderung der Sonnenstrahlung.

Ihr neues Modell namens DePreSys (Decadal Climate Prediction System) habe zusätzlich auch viele Variationen innerhalb des Klimageschehens aufgenommen, etwa das Phänomen El Niño sowie langjährige Schwankungen der Wasserzirkulation und der Wärmespeicherung in den Ozeanen.

Diese Variablen werden nach Auskunft der Forscher die menschengemachte Erderwärmung in den kommenden Jahren zum Teil aufheben - allerdings nur vorübergehend. Danach steige die Temperatur stark. (sda)

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