Exotische Mückenplage: Extreme Schwellungen durch Stiche

Aktualisiert

Exotische MückenplageExtreme Schwellungen durch Stiche

Mückenstiche mit riesigen Schwellungen verunsichern derzeit viele Schweizer. Ein Experte vermutet die Ursache in der Zunahme der Asiatischen Buschmücke.

von
Zora Schaad
Wenn die Asiatische Buschmücke zusticht, kann die Haut stark anschwellen. Ausserdem kann sie das West-Nil-Virus übertragen.

Wenn die Asiatische Buschmücke zusticht, kann die Haut stark anschwellen. Ausserdem kann sie das West-Nil-Virus übertragen.

Eine plötzlich aufgetretene, orangengrosse Beule auf dem Bauch versetzte dem Zürcher Gastronomen L.K.* einen grossen Schreck: «Ich befürchtete einen Leistenbruch oder einen Bauchfellriss», so der 33-Jährige. «An einen Insektenstich habe ich keine Sekunde gedacht.» Extreme Symptome nach einem Mückenstich am Handgelenk beobachtete auch I.R.*: «Der Stich war nicht nur sehr schmerzhaft und juckend, sondern ich empfand Taubheitsgefühle bis in die Finger.»

Dies sind keine Einzelfälle: Bei den medizinischen Telefon­hotlines Sante24 und Medgate häufen sich derzeit die An­fragen wegen dick geschwollenen Einstichstellen: «Acht von neun Gesundheitsberatern in unserem Team mussten schon entsprechende Anfragen besorgter Patienten beantworten», so eine Ärztin von Sante24. Auch in Berlin leiden ­derzeit Zehntausende unter grossen Stichen, die erst nach einer Woche abklingen, berichtet die Berliner Zeitung «BZ».

Parasitologe Alexander Mathis von der Uni Zürich vermutet den Grund in der Zunahme der Asiatischen Buschmücke: «Diese in die Schweiz eingeschleppte Mücke hat sich in den letzten drei Jahren stark verbreitet. Die Population ist so gross wie noch nie.» Da die Mücke noch nicht lange in der Schweiz heimisch sei, hätten die Leute noch keine Toleranz gegen sie entwickelt und litten an stärkeren Hautreaktionen, bestätigt auch Peter Schmid, Allergologe am Unispital Zürich.

Auch wenn Stiche der Asiatischen Buschmücke hierzulande bisher glimpflich ver­liefen: «Die Insekten können Überträger des West-Nil-Virus sein, das Gehirnentzündung verursachen kann», so Professor Mathis.

*Namen der Redaktion bekannt

Insektenspray und lange Kleider

Um sich gegen Mückenstiche zu schützen, rät Charlotte Balmer von der Bahnhof-Apotheke in Zürich zu Insektensprays und langen Kleidern. Wird man dennoch gestochen, empfiehlt die Apothekerin Anti-Mückenstifte, die den Juckreiz lindern und den Schmerz nehmen. «Präparate mit Alkohol haben zudem eine desinfizierende Wirkung und beugen einer Infektion vor.»

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