Aktualisiert 19.07.2018 15:01

Grossbritannien

Extreme Trockenheit lässt Geistergärten erscheinen

Die anhaltende Hitze in Grossbritannien erleichtert Archäologen die Arbeit: Auf den ausgedörrten Böden sind mit einem Mal historische Stätten zu sehen.

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Kein Witz: Diese Aufnahme wurde kürzlich in Grossbritannien aufgenommen, jenem Land, das oft in einem Atemzug mit schlechtem Wetter genannt wird.

Kein Witz: Diese Aufnahme wurde kürzlich in Grossbritannien aufgenommen, jenem Land, das oft in einem Atemzug mit schlechtem Wetter genannt wird.

Keystone/AP/Dominic Lipinski
Doch in diesem Sommer scheint auf der Insel tatsächlich hauptsächlich die Sonne. Die hohen Temperaturen bereiten den meisten Menschen grosse Freude – sogar den Archäologen.

Doch in diesem Sommer scheint auf der Insel tatsächlich hauptsächlich die Sonne. Die hohen Temperaturen bereiten den meisten Menschen grosse Freude – sogar den Archäologen.

Keystone/AP/Victoria Jones
Denn die anhaltende Trockenheit sorgt dafür, dass auf gut gepflegten Grünflächen wie denen von Gawthorpe Hall, einem Landhaus aus dem 16. Jahrhundert, ...

Denn die anhaltende Trockenheit sorgt dafür, dass auf gut gepflegten Grünflächen wie denen von Gawthorpe Hall, einem Landhaus aus dem 16. Jahrhundert, ...

Lancashire County Council

Wer derzeit über das Vereinigte Königreich fliegt, kann – je nach Flugroute – Spektakuläres entdecken: Vielerorts kann beobachtet werden, wie es dort früher einmal ausgesehen hat. Aufgrund der Trockenheit werden im Boden verborgene archäologische Stätten sichtbar.

Besonders eindrucksvoll ist das Bild, das im Garten von Gawthorpe Hall, einem Landhaus aus dem 16. Jahrhundert, aufgetaucht ist. Dort, wo an den meisten Tagen des Jahres nur sattes Grün zu sehen ist, präsentieren sich jetzt die Umrisse eines viktorianischen Gartens (siehe Bildstrecke).

Ideale Bedingungen für Geistergärten

Zwar tauchen die Schemen immer wieder mal auf, wie die Managerin des historischen Anwesens der BBC sagte. Doch in diesem Jahr sei es «wirklich spektakulär». So seien für einmal Strukturen sichtbar, die man sonst nur von alten Fotos kenne.

Möglich macht das Erscheinen der «Geistergärten», wie die britische Presse das Phänomen nennt, die Tatsache, dass Pflanzen je nach Untergrund anders wachsen. Auf einstigen, zwischenzeitlich zugeschütteten Gräben gedeihen sie hervorragend. Oberhalb von alten Mauern haben sie es dagegen deutlich schwerer, bleiben kleiner oder sterben sogar ganz ab – so wie im Fall des Gartens von Gawthorpe Hall.

Auch längst Vergessenes taucht auf

Noch älter als die nun aufgetauchten Schemen im Anwesen in der Grafschaft Lancashire sind jene, die Archäologen bei ihren Rundflügen über Wales entdeckten: Auf der Lleyn-Halbinsel tauchte neben Gräbern aus dem Mittelalter auch ein Hügelgräberfriedhof aus der Bronzezeit auf – sowie Hinweise auf eine römische Villa.

Was es damit genau auf sich hat, wird jedoch erst die Zukunft zeigen, wie Spiegel.de Toby Driver von der Royal Commission on the Ancient and Historical Monuments of Wales zitiert: «Die neuen Hinweise auf historische Stätten werden uns noch Monate beschäftigen.» Erst wenn alle Orte erfasst und analysiert worden seien, könne man über die Hintergründe Auskunft geben.

Drohne entdeckt Steinkreis wegen Trockenheit. (Video: Tamedia/Ken Williams via Storyful)

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