USA und Kanada - Extremhitze in Nordamerika fordert vermutlich hunderte Opfer
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USA und KanadaExtremhitze in Nordamerika fordert vermutlich hunderte Opfer

Seit Ende Juni ist in den USA und in Kanada die Zahl von plötzlichen und erwarteten Todesfällen gestiegen. Viele davon dürften wegen der Hitze verstorben sein.

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Normalerweise dient der Reifen als Anker für Boote auf dem Shasta Lake in Lakehead, Kalifornien. Vom See ist aufgrund der Dürre nicht mehr viel übrig geblieben. (2. Juli 2021)

Normalerweise dient der Reifen als Anker für Boote auf dem Shasta Lake in Lakehead, Kalifornien. Vom See ist aufgrund der Dürre nicht mehr viel übrig geblieben. (2. Juli 2021)

AFP
Viele Waldbrände wüten in Kalifornien und Kanada. (2. Juli 2021)

Viele Waldbrände wüten in Kalifornien und Kanada. (2. Juli 2021)

AFP
Die Hitze und die langanhaltende Dürreperiode begünstigen Waldbrände. 

Die Hitze und die langanhaltende Dürreperiode begünstigen Waldbrände.

AFP

Darum gehts

  • Die extrem hohen Temperaturen im Westen Kanadas und den USA dürften zahlreiche Opfer gefordert haben.

  • Die genaue Todeszahl ist noch nicht bekannt.

  • Die Hitzewelle hat inzwischen etwas nachgelassen.

  • Die Gefahr, die von Waldbränden ausgeht, ist aber noch nicht gebannt.

Hunderte Todesfälle könnten mit der Hitzewelle im Nordwesten der USA und in Kanada in Verbindung stehen. Die Zahl der Todesopfer in Oregon stieg nach Angaben der Gerichtsmedizin vom Freitag auf mindestens 95. Die Gerichtsmedizin von British Columbia erhielt nach Angaben ihrer Leiterin Berichte über mindestens 486 «plötzliche und unerwartete Todesfälle» in der Zeit zwischen dem 25. Juni und Mittwoch. Noch sei unklar, wie viele davon mit der Hitze zu tun hätten, sagte die Gerichtsmedizinerin Lisa Lapointe. Vermutlich hätten es die meisten.

Die Behörden im Staat Washington teilten mit, dass rund 30 Todesfälle mit dem heissen Wetter zu tun hätten. «Ich denke, mit der Zeit werden wir verstehen, dass die Zahlen nur steigen werden», teilte der Direktor der Abteilung für Notfallmedizin der Klinik Harborview in Seattle, Steve Mitchell, mit.

Hitze begünstigt Waldbrände

Die Extremhitze fing am 25. Juni an, hat im Westen Kanadas aber inzwischen etwas nachgelassen. Doch anhaltende Trockenheit und weiterhin hohe Temperaturen begünstigen Dutzende Waldbrände. Allein in der Provinz British Columbia wurden 136 Feuer verzeichnet, wie Cliff Chapman vom Wildfire Service am Freitag mitteilte. Innerhalb eines Tages habe es 12’000 Blitzschläge gegeben. Die meisten Waldbrände seien dadurch ausgelöst worden. Die Temperaturen seien nach der Rekordhitze von circa 45 Grad Celsius inzwischen gesunken, aber immer noch überdurchschnittlich hoch, sagte Chapman.

Die kleine Ortschaft Lytton, wo Anfang der Woche eine Rekordtemperatur von 49,6 Grad Celsius gemessen worden war, wurde durch ein schnell um sich greifendes Feuer fast komplett zerstört. Mehr als 1000 Menschen mussten in der Nacht zum Donnerstag aus dem Ort und der Umgebung in aller Eile flüchten. Die Behörden gehen davon aus, dass dort zwei Menschen ums Leben gekommen sind. Noch sei es aber zu gefährlich, Ermittler an den Ort der Feuerkatastrophe zu schicken, teilte die Gerichtsmedizin am Freitag mit.

Auch in Kalifornien verschärfte heisses und trockenes Wetter die Feuerlage. Im Norden brannten drei grössere Feuer, die tausende Menschen zeitweise in die Flucht schlugen. Am Freitag konnten viele Bewohnerinnen und Bewohner jedoch in ihre Häuser zurückkehren. Mehrere Gebäude in der ländlichen Region seien aber zerstört worden, berichtete der «San Francisco Chronicle». Die Vegetation sei bereits so ausgetrocknet, wie man es gewöhnlich erst Ende August sehe, sagte eine Forstbehörden-Sprecherin vom Shasta Trinity National Forest.

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(DPA/roy)

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