Sinai-Halbinsel: Extremisten töten 25 ägyptische Polizisten

Aktualisiert

Sinai-HalbinselExtremisten töten 25 ägyptische Polizisten

Mit Panzerfäusten haben Islamisten auf dem Sinai zwei Polizeifahrzeuge angegriffen. Es ist nicht der erste Anschlag auf der strategisch wichtigen Halbinsel seit Mursis Sturz.

von
rey

Al-arisch Extremisten haben in der ägyptischen Stadt Rafah am Montag 25 Polizisten getötet. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen wurden zwei Fahrzeuge der Ordnungspolizei am Morgen von Unbekannten mit Panzerfäusten aus einem Hinterhalt angegriffen.

Die Angreifer haben demnach die Busse nahe der Grenze zum Gazastreifen beschossen und gestoppt. Die Beamten hätten aussteigen und sich auf den Boden legen müssen. Dann seien sie erschossen worden, hiess es. Sie waren ausser Dienst und in Zivilkleidung unterwegs.

Zudem seien zwei Polizisten verletzt worden, hiess es. Rafah liegt auf der Sinai-Halbinsel an der Grenze zum palästinensischen Gazastreifen. Im vergangenen August waren bei einem Anschlag in der Nähe von Rafah 16 Soldaten getötet worden.

Die Region gilt als Hochburg militanter Salafisten. Zudem kommt es immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen den Sicherheitskräften und den Betreibern der Schmugglertunnel, durch die Waffen und Waren des täglichen Bedarfs in den Gazastreifen gelangen.

Seit dem Sturz des Präsidenten Mohammed Mursi sind islamistische Extremisten auf der strategisch wichtigen Halbinsel immer aktiver geworden und haben seither Dutzende Anschläge verübt.

36 Muslimbrüder bei Ausbruch getötet

In Ägypten sind am Sonntag Dutzende islamistische Gefangene ums Leben gekommen.

Das Innenministerium erklärte, 36 Männer seien bei einem Ausbruchversuch aus einem Gefängnis nahe Kairo gestorben, nachdem sie Tränengas eingeatmet hätten.

Mit dem Transport sollten den Angaben zufolge mehr als 600 Muslimbrüder und Anhänger der Islamisten von Kairo aus in ein Gefängnis am Rande der ägyptischen Hauptstadt gebracht werden. Einige der Gefangenen hätten einen Polizisten überwältigt und ausbrechen wollen.

Laut der Nachrichtenagentur Mena wurde der Transport von «unbekannten Bewaffneten» angegriffen, die den Gefangenen zu Hilfe kommen wollten.

Sind die Islamisten erstickt?

Eine Person aus dem Umfeld der Justiz sagte der Nachrichtenagentur Reuters hingegen, die Islamisten seien auf dem Weg zum Gefängnis in einem überfüllten Transportfahrzeug der Polizei erstickt. Die Muslim-Bruderschaft des vom Militär gestürzten Präsidenten Mohammed Mursi sprach von Mord an insgesamt 52 Gefangenen und machte die Behörden dafür verantwortlich.

Seit der gewaltsamen Räumung von Protestlagern der Mursi-Anhänger am Mittwoch kamen bei Zusammenstössen in Ägypten etwa 800 Menschen ums Leben, Tausende wurden verletzt. Über 1000 Islamisten wurden festgenommen.

Lesen Sie die Ereignisse der letzten Tage in Ägypten in unserem News-Ticker nach. (rey/sda)

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