Aktualisiert 25.03.2016 19:12

KarriereExtrovertierte Personen verdienen deutlich mehr

Wer erhält am meisten Gehalt? Englische Forscher wissen darauf eine Antwort: Extrovertierte, kontaktfreudige Menschen.

von
kwo

Lehrer sollten ihre Schüler am besten in Selbstsicherheit unterrichten. Dies lässt sich zumindest aus einer Studie englischer Forscher der Stiftung «The Sutton Trust» schliessen. Denn die Wissenschaftler fanden heraus: Wer selbstsicher auftritt, kommunikativ ist und ganz grundsätzlich einen extrovertierten Charakter hat, der verdient später einmal mehr.

Konkret zeigte die Studie, dass extrovertierte Erwachsene eine 25 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit aufwiesen, mehr als 40'000 Pfund zu verdienen, für die britischen Inseln ein stattliches Gehalt. Im Bericht schreiben die Autoren ausserdem: Kinder aus vermögenden Familien sind eher extrovertiert als solche aus armen. Sie zeigen oft ein höheres Mass an Vorstellungskraft und Neugier. Mögliche Erklärung: Bessere und frühere Förderung in Schule und Elternhaus.

Klare Zusammenhänge

Für die Studie wurden die Daten von insgesamt 150'000 Teilnehmern eines Persönlichkeitstests des britischen Fernsehsenders BBC verwendet. Auch in dem Test war bereits ein klarer Zusammenhang zwischen Persönlichkeit, sozialen Fähigkeiten und dem Einkommen einer Person feststellbar.

Für die Autoren der Studie ist aufgrund ihrer Ergebnisse klar, dass Schüler im Bereich der Social Skills stärker gefördert werden müssen. Ausserdem sollen die obligatorischen Schulen sowie weiterführende Bildungseinrichtungen wie Unis den Schülern helfen, sich besser auf Interviews und Gesprächssituationen vorzubereiten. Diese Forderung unterstützt in einem Artikel mit der britischen Zeitung «The Independent» auch der Vorsitzende der Sutton-Stiftung Peter Lampl.

Jeder ist irgendwie schüchtern

Dass schüchterne, introvertierte Personen in unserer Gesellschaft unterschätzt werden, bestätigt auch der deutsche Psychologieprofessor Jens Asendorf in der «Wirtschaftswoche». Es sei deshalb wichtig, dass die Schüchternen diesen Charakterzug nicht als Schwäche sähen, sondern ihn akzeptierten und auch als Stärke empfänden. Denn nichts sei unechter, als eine Rolle zu spielen, der man nicht entsprechen könne – gerade bei Führungsstellen.

Dabei ist jeder irgendwie schüchtern. In einer Umfrage in Kanada haben 61 Prozent der Befragten angegeben, sie seien «mindestens ein bisschen schüchtern». Schüchternheit ist die Angst, so sagt der Angstforscher Borwin Bandelow in einem Interview, von anderen Menschen kritisiert oder negativ beurteilt zu werden. In der Folge dieser Angst meiden schüchterne Personen Situationen, in denen sie anderen begegnen.

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