Von Krise zu Krise: EZB hilft Banken aus der Patsche
Aktualisiert

Von Krise zu KriseEZB hilft Banken aus der Patsche

Erinnerungen an die Finanzkrise von 2008 werden wach. Jetzt kommen die Banken wegen der Schuldenkrise in Bedrängnis. Die Europäische Zentralbank (EZB) will helfen.

Der scheidende EZB-Präsident Jean-Claude Trichet kündigt Hilfe für die Banken an.

Der scheidende EZB-Präsident Jean-Claude Trichet kündigt Hilfe für die Banken an.

Die Europäische Zentralbank (EZB) greift angesichts der drohenden Bankenkrise den Finanzinstituten unter die Arme. Sie stellt den Banken Geld mit besonders langer Laufzeit von einem Jahr zur Verfügung und will wieder sogenannte gedeckte Anleihen wie Pfandbriefe kaufen.

Das kündigte der scheidende EZB-Präsident Jean-Claude Trichet am Donnerstag nach einer turnusmässigen Ratssitzung an, die dieses Mal in Berlin stattfand. Das Volumen der Ankäufe bezifferte Trichet auf 40 Mrd. Euro. Damit reaktiviert die EZB Instrumente aus der Zeit der Finanzkrise. Mit den Massnahmen sollen Liquiditätsengpässe im Finanzsektor vermieden werden.

Grosses Misstrauen unter den Banken

Angesichts der Milliarden-Engagements der Geschäftsbanken in Staatspapieren europäischer Krisenländer ist das Misstrauen der Banken untereinander gewachsen. Das zeigen die grossen Summen, die die Finanzinstitute derzeit bei der EZB hinterlegen, anstatt das Geld für höhere Zinsen an eine andere Bank zu leihen.

Trichet forderte die Banken auf, ihre Bilanzen und ihre Eigenkapitalbasis zu stärken. Falls nötig, sollten die Institute auf Regierungsmassnahmen zurückgreifen. «Die Situation auf dem Bankensektor erfordert besondere Aufmerksamkeit», sagte Trichet.

(sda)

Dexia vom Handel ausgesetzt

Trotz der auf Hochtouren laufenden Rettungsbemühungen ist die Aktie der angeschlagenen belgisch-französischen Bank Dexia am Donnerstag in Paris und Brüssel vom Handel ausgesetzt worden. Zuvor war der Kurs in Belgien allein um 17 Prozent abgestürzt. Derweil laufen die Rettungsbemühungen für die Bank weiter. So befindet sich Dexia in Verhandlungen über den Verkauf seiner Luxemburger Tochter an eine Gruppe internationaler Investoren sowie die luxemburgische Regierung. Der Vorstand will sich am Samstag treffen, um über das weitere Vorgehen zu beraten. Medienberichten zufolge erwägt Belgien eine Verstaatlichung des belgischen Anteils. Auch in Frankreich gibt es Medienberichten zufolge bereits Überlegungen im Hinblick einen möglichen Verkauf. Belgische Medien berichtetet unterdessen von massiven Geldabflüssen. Laut der Tageszeitung «De Tijd» zogen Anleger im September mehr als eine Milliarde Euro an Einlagen ab. (dapd)

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