Anleihenprogramm: EZB stoppt Geldflut in der Eurozone
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AnleihenprogrammEZB stoppt Geldflut in der Eurozone

Nachdem die US-Notenbank den Leitzins erhöht hatte, wächst der Druck auf die Europäische Zentralbank. Das Anleihenprogramm soll im Dezember enden.

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Am Donnerstagnachmittag berät die Europäische Zentralbank über den angehobenen Leitzins. Ausnahmsweise ...

Am Donnerstagnachmittag berät die Europäische Zentralbank über den angehobenen Leitzins. Ausnahmsweise ...

Boris Roessler
... tagt der EZB-Rat nicht am Sitz der Zentralbank in Frankfurt, sondern in der lettischen Hauptstadt Riga. Der EZB-Rat ...

... tagt der EZB-Rat nicht am Sitz der Zentralbank in Frankfurt, sondern in der lettischen Hauptstadt Riga. Der EZB-Rat ...

AP/David Keyton
werde «prüfen müssen, ob die bisherigen Fortschritte ausreichen, um unsere Anleihenkäufe schrittweise zurückzufahren», sagt EZB-Chefvolkswirt Peter Praet.

werde «prüfen müssen, ob die bisherigen Fortschritte ausreichen, um unsere Anleihenkäufe schrittweise zurückzufahren», sagt EZB-Chefvolkswirt Peter Praet.

Patrick Seeger

Die Europäische Zentralbank (EZB) treibt ihre Kurswende voran. Sie kündigte am Donnerstag nach der Zinssitzung in Riga an, ihre vor allem in Deutschland umstrittenen Anleihenkäufe zum Jahresende einzustellen. Bislang waren die Transaktionen bis mindestens Ende September terminiert, das weitere Vorgehen aber unklar. Momentan kaufen die Währungshüter für 30 Milliarden Euro pro Monat. Ab Oktober soll es jetzt eine kurze Auslaufphase mit reduziertem Volumen geben. EZB-Chef Mario Draghi wird die Beschlüsse am Nachmittag vor der Presse erläutern.

Die billionenschweren Käufe von Staatsanleihen und anderen Wertpapieren waren in den vergangenen Jahren die wichtigste Waffe der Notenbank im Kampf gegen eine aus ihrer Sicht zu schwache Inflation. Doch im Mai kletterte die Teuerung auf 1,9 Prozent und liegt damit im Zielbereich von knapp zwei Prozent. Dieses Niveau strebt die EZB als Optimalwert für die Wirtschaft an, hat es in den vergangenen Jahren aber meistens verfehlt.

Die Währungshüter gehen davon aus, dass die Leitzinsen noch bis über den Sommer 2019 hinaus auf dem aktuellen Niveau bleiben werden. Der Schlüsselsatz zur Versorgung der Geschäftsbanken mit Geld liegt bereits seit März 2016 auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent. (ap)

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