Riesenknall: F/A-18-Jet sprengt bei Kontrolle die Schallmauer

Aktualisiert

RiesenknallF/A-18-Jet sprengt bei Kontrolle die Schallmauer

Kurz vor halb elf ertönte ein gewaltiger Knall über den Kantonen Zürich, St. Gallen, Aargau und Luzern. Grund: Ein Schweizer F/A-18-Kampfjet musste ein Flugzeug kontrollieren.

von
loo/tab
Ein F/A-18-Jet der Schweizer Luftwaffe bei einer Flugschau über Emmen.

Ein F/A-18-Jet der Schweizer Luftwaffe bei einer Flugschau über Emmen.

Zahlreiche Twitter-Nutzer und Leser-Reporter aus mehreren Kantonen berichten von einem grossen Knall. Auch in der 20-Minuten-Redaktion in Zürich war die Erschütterung zu spüren.

Sprecher Marco Bisa von der Stadtpolizei Zürich bestätigt, dass es sich um einen Überschallknall handelte. Offenbar wurde er vom Militär ausgelöst.

«Standardkontrolle der Luftpolizei»

Definitive Aufklärung kommt schliesslich vom VBS: Der Überschallknall ist im Rahmen einer sogenannten Live-Mission der Luftwaffe passiert, wie Sprecherin Delphine Allemand bestätigt. Dabei handle es sich um eine Standardkontrolle von Flugzeugen im Schweizer Luftraum.

«Wir überprüften, ob es sich wirklich um das Flugzeug handelte, das sich vorher angemeldet hatte.» Das gehöre zum täglichen Prozedere der Schweizer Luftpolizei. Während dieser Kontrolle hat laut Allemand ein F/A-18-Jet der Luftwaffe die Schallmauer durchbrochen. Das passierte bei einem Flug über die Zentralschweiz Richtung Zürich gegen 10.30 Uhr.

Auf Twitter wird über die Ursache spekuliert.

Mittlerweile machen sich die Twitter-Nutzer aber auch schon über den Überschallknall und die Schweizer Armee lustig:

Das ist ein Überschallknall

Der Überschallknall entsteht, wenn ein Objekt sich schneller als der Schall fortbewegt. Der Schall erreicht auf der Erdoberfläche eine Geschwindigkeit von rund 340 m/s, also rund 1225 km/h. Mit zunehmender Höhe sinkt die Schallgeschwindigkeit aufgrund der tieferen Temperaturen. So beträgt sie in 11'000 Metern 1062 km/h.

Nähert sich nun ein Kampfjet der Schallmauer, baut er vor sich eine immer stärker werdenden Luftwiderstand auf. Mit Erreichen der Schallgeschwindigkeit breiten sich die Schallwellen dann nur noch nach hinten aus, der Widerstand sinkt wieder, bleibt aber höher als beim Unterschallflug.

Nach überwinden der Schallgeschwindigkeit schleppt das Flugzeug also die für den Knall verantwortliche Druckwelle hinter sich her, weshalb der Pilot selbst den Überschallknall nicht hört. Ein einzelner Mensch am Boden hört den Knall einmal. Da der Knall allerdings dem Flugzeug folgt, hören ihn Personen, die sich weiter entfernt aufhalten, entsprechend später.

Einen Überschallknall hört man auch, wenn man eine Feuerwaffe abfeuert oder eine Peitsche knallen lässt.

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