Alpnachstad OW: F/A-18: Schadstoffe an der Absturzstelle?
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Alpnachstad OWF/A-18: Schadstoffe an der Absturzstelle?

Mitte Woche wurden in Alpnachstad rund 20 kg weitere Trümmerteile eingesammelt. Jetzt will die Schweizer Luftwaffe prüfen, ob Kerosin oder Öl ins Erdreich gelangt sind.

Vier Monate nach dem tödlichen Absturz eines F/A-18-Flugzeugs im Kanton Obwalden lässt die Schweizer Luftwaffe die Absturzstelle bei Alpnachstad auf Schadstoffe überprüfen. Bodenproben sollen zeigen, ob Kerosin oder Öl ins Erdreich gelangt sind.

Jürg Nussbaum, Sprecher der Schweizer Luftwaffe, bestätigte am Sonntag auf Anfrage einen Bericht der «Zentralschweiz am Sonntag». Derzeit würden Offerten für die Arbeiten eingeholt. Danach dauere es rund vier Wochen, bis die Ergebnisse vorlägen.

Die Luftwaffe habe im Rahmen der Gesamtverantwortung und Nachsäuberung entschieden, doch noch Bodenproben zu entnehmen, sagte Nussbaum. Die Wahrscheinlichkeit einer Verschmutzung sei von Spezialisten aber als sehr klein eingestuft worden. Der Kanton Obwalden habe keine Bodenproben verlangt.

20 Kilogramm weitere Trümmerteile eingesammelt

Nachdem Passanten im Absturzgelände am Lopper nach der offiziellen Räumung auf weitere Wrackteile gestossen waren, führten Angehörige des Gebirgsdetachements der Luftwaffe am Mittwoch und Donnerstag eine Nachsäuberung durch. Dabei wurden rund 20 Kilogramm weiterer kleiner Trümmerteile eingesammelt. Es handelte sich dabei gemäss Luftwaffe vor allem um Leichtmetallteile und Faserstoffe. Gleichzeitig seien bei der Säuberung weit mehr Zivilisationsabfälle in dem Waldgebiet zusammengekommen.

Der F/A-18-Kampfjet der Schweizer Armee war am 23. Oktober 2013 kurz vor 14 Uhr in Alpnachstad abgestürzt. Bei einem Trainingsflug prallte der Doppelsitzer aus noch unbekannten Gründen bei trübem Wetter in die Felswand beim Lopper. Beim Absturz kamen der Pilot sowie ein Fliegerarzt, der als Passagier an Bord war, ums Leben.

Was zum Absturz führte, ist unklar. Gemäss Angaben der Militärjustiz erscheint der Schlussbericht zum Unglück frühestens im Mai 2014. Der leitende Untersuchungsrichter gab drei Gutachten in Auftrag. Diese sollen Aufschluss darüber geben, ob ein technisches, fliegerisches oder medizinisches Problem zum Absturz führte oder eine Kombination davon. (sda)

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