Nacktwanderer in Malaysia: «F*** deine Kultur»
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Nacktwanderer in Malaysia«F*** deine Kultur»

Die malaysische Regierung macht eine Gruppe Nacktwanderer für ein Erdbeben am Freitag verantwortlich. Jetzt provoziert einer der Backpacker weiter.

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Diese Gipfelstürmer erzürnen die Götter: Fünf Touristen posieren nackt vor dem heiligen Berg in Malaysia.

Diese Gipfelstürmer erzürnen die Götter: Fünf Touristen posieren nackt vor dem heiligen Berg in Malaysia.

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Die Bilder posteten die Touristen später auf Facebook. Einheimische rund um den Mount Kinabalu sind über das Verhalten der Touristen empört. Sie glauben, dass der heilige Berggipfel die Seelen ihrer Vorfahren beherbergt. Mit den Nacktfotos hätten die Ausländer nicht nur die Geister erzürnt, sondern auch die Verstorbenen geschändet. Damit seien sie schuld am schweren Erdbeben.

Die Bilder posteten die Touristen später auf Facebook. Einheimische rund um den Mount Kinabalu sind über das Verhalten der Touristen empört. Sie glauben, dass der heilige Berggipfel die Seelen ihrer Vorfahren beherbergt. Mit den Nacktfotos hätten die Ausländer nicht nur die Geister erzürnt, sondern auch die Verstorbenen geschändet. Damit seien sie schuld am schweren Erdbeben.

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Einer der Wanderer, der Kanadier Emil Kaminski, meldet sich jetzt zu Wort. In einem Youtube-Video sagt er, dass er die Aktion nicht bereue. Im Gegenteil: Für ihn sei die Nackterfahrung auf dem Gipfel «die beste Erfahrung seines Lebens gewesen».

Einer der Wanderer, der Kanadier Emil Kaminski, meldet sich jetzt zu Wort. In einem Youtube-Video sagt er, dass er die Aktion nicht bereue. Im Gegenteil: Für ihn sei die Nackterfahrung auf dem Gipfel «die beste Erfahrung seines Lebens gewesen».

Eine Gruppe von zehn Wanderern soll am Freitag das Erdbeben am malaysischen Berg Kinabalu ausgelöst haben – so zumindest lautet die Erklärung des stellvertretenden Ministerpräsidenten von Sabah, einem Bundesstaat von Malaysia, Joseph Pairin Kitingan. Er beschuldigt die Gruppe, letzte Woche Nacktfotos auf dem Gipfel des Kinabalus gemacht und auf den Berg uriniert zu haben. Dadurch hätten sie die Götter erzürnt.

Einer der Wanderer, der Kanadier Emil Kaminski, hat sich jetzt zu Wort gemeldet. Für ihn sei die Nackterfahrung auf dem Gipfel «die beste Erfahrung seines Lebens gewesen» – die Anschuldigungen der Behörden seien «strohdumm», sagt er in einem Video auf seinem Blog «Monkeetime». «Das ist nicht logisch, sondern Aberglaube. Und ich habe absolut nichts übrig für Aberglauben.»

«Malaysia, warum sind deine Politiker so dumm»

Sein Blog zeigt, worauf Kaminski setzt: Provokation. Das Motto «Monkeetime, Backpackers Behaving Badly» («Backpacker, die sich schlecht verhalten») trägt der Kanadier sogar auf einem T-Shirt. Auf dem Twitter-Account von Monkeetime-Videoheisst es: «Unsere Inhalte sind oft beleidigend und derbe – darum gehts beim Backpacking.»

Trotz Tausender Hassmails empörter Bürger bereut er die Aktion auf dem Berg Kinabalu kein bisschen. Auf den Kommentar eines Facebook-Nutzers, er solle doch bitte die lokale Kultur respektieren, antwortet Kaminski: «F*** deine Kultur.» Er führt aus: «Wenn die lokale Religion bestimmte Handlungen verbietet, dann sollen sich die Menschen dort daran halten. Sie können aber nicht erwarten, dass sich jeder andere ebenfalls an ihre archaischen, idiotischen Regeln hält.»

Den Tourismus-Minister von Malaysia, Masidi Manjun, nennt er einen «Idioten». «Oh Malaysia, warum sind dein Politiker so dumm.» Wenn man ihn dort für das Erdbeben verantwortlich mache, dann könnte er ja auch gleich schuld am Erdbeben in Nepal sein sowie «an jedem weiteren Beben in Kanada, Thailand, Indien, China, Taiwan, Hongkong oder anderen Ländern».

Der Berg soll besänftigt werden

Um seine Position zu unterstreichen, postet Kaminski gleich noch ein paar weitere Nacktfotos auf einer Bergspitze auf Facebook. Kaminski hält an seiner Sichtweise fest: Wenn er «Po-Fotos» in abgelegenen Orten schieße, wo ihn keiner sehe, tue das ja keinem weh.

Die malaysischen Behörden sehen das anders: Fünf Touristen soll wegen der Vorkommnisse bereits die Ausreise verweigert worden sein. Auch plant die Regierung ein spezielles Ritual, um die Lage vor Ort zu beruhigen und den Berggeist zu besänftigen.

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