Aktualisiert 11.01.2012 12:54

Social Media im AutoFacebook bei Tempo 120 am Steuer

Mit neuen Online-Diensten wollen die Autohersteller das Fahren sicherer und bequemer machen. Die Facebook-Generation wird mit dem Zugriff aufs soziale Netzwerk gelockt.

von
dsc
Daimler-Chef Dieter Zetsche präsentierte an der CES in Las Vegas eine «intelligente» Mercedes-Software für iPhone und Android.

Daimler-Chef Dieter Zetsche präsentierte an der CES in Las Vegas eine «intelligente» Mercedes-Software für iPhone und Android.

Die Vernetzung von Fernseher, Computer und mobilen Geräten - meist über das Internet - wird zum Standard in der Unterhaltungselektronik. Auch das Autofahren soll mithilfe neuer Dienste sicherer und komfortabler werden.

Auf der Elektronikmesse CES in Las Vagas stellen Mercedes, Ford und der koreanische Hersteller Kia Motors ihre Konzepte für die Nutzung intelligenter Smartphone-Apps im Auto vor. «Wir führen die digitale und die automobile Welt zusammen», sagte Daimler-Chef Dieter Zetsche anlässlich seiner Keynote in der Wüste Nevadas. «Autos werden smarter, effizienter und vermitteln mehr Spass am Fahren.»

Facebook-App in jedem Mercedes

Die neue Version von Mercedes' Software mbrace2 - verfügbar für iPhone und Android-Handys - warnt zum Beispiel bei der Überschreitung der Höchstgeschwindigkeit und navigiert Elektroautos zur nächsten Ladestation.

Im Visier der Autoindustrie ist natürlich auch die junge Generation, die mit Social Media aufwächst. So hat Mercedes die mbrace2-App zusammen mit Facebook entwickelt, wie heute.de berichtet. Zwar sei die Autobahn nicht gerade der ideale Ort, um die Statusmeldungen im sozialen Netzwerk zu aktualisieren. Doch versuchten die Mercedes-Manager die Bedenken zu zerstreuen, dass die Autofahrer durch Apps abgelenkt werden könnten. Das System ziehe nicht mehr Konzentration ab als ein normales Navigationssystem. Zudem sei die Facebook-App im Funktionsumfang stark reduziert. Wenn der Wagen fahre, könnten keine Texte eingegeben werden - der Fahrer dürfe nur Standard-Textmodule posten.

Mercedes werde ab 2013 alle neuen Modelle für den US-Markt serienmässig mit der Facebook-App ausstatten, berichtet heute.de. Auch für Google und die Online-Bewertungsplattform Yelp werde es Apps geben.

Auch bei Konkurrent Audi sind Facebook, Twitter und Musik-Playlists ein heisses Thema. In einer Studie zeigt der deutsche Autobauer, wie die Windschutzscheibe zum Display wird. Drei Farbprojektoren projizieren darauf gestochen scharfe Bilder. Der Fahrer muss nur noch Gesten ausführen, um durch die Datenwelt zu navigieren.

Über die Wolke vernetzt

Mehrere Hersteller präsentieren in den Messehallen in Las Vegas ihre Konzepte fürs vernetzte Zuhause, die alle digitalen Inhalte umfassen. Diese Inhalte wandern zunehmend in die Cloud, also auf Internet-Server, die von überall aus erreichbar sind.

«Der Aufbau des Sony Entertainment Network ist für uns eine wichtige strategische Investition», sagte Sony-Manager Tim Schaaff mit Blick auf den Medien-Dienst des japanischen Anbieters. Der koreanische Elektronikkonzern Samsung kündigte einen Cloud-Dienst namens AllShare Play an, in dem Nutzer ihre Fotos, Filme und Musik ablegen können.

3100 Aussteller

Die CES gilt als eine der weltweit wichtigsten Messen für Unterhaltungselektronik. Der Veranstalter, die Consumer Electronics Association (CEA), korrigierte die Ausstellerzahl am Dienstag nach oben: Mit mehr als 3100 Firmen sei ein neuer Rekord aufgestellt worden. Die CEA erwartet bis Freitag mehr als 140 000 Besucher. (dsc/sda)

Intel entwickelt Smartphone-Chips

Auf den Trend zu mobilen und vernetzten Geräten reagieren auch die Chip-Hersteller. Intel startete einen neuen Vorstoss, um seine bei PCs dominierende Chiptechnik auch auf Smartphone und Tablet-Computer zu bringen.

«Wir sind überzeugt, dass Handys mit der Intel-Plattform eine einmalige Nutzererfahrung vermitteln», sagte Konzernchef Paul Otellini an der CES in Las Vegas. Ein Referenzmodell des Marktführers bei PC-Prozessoren wird zuerst von Lenovo und Motorola für konkrete Produkte umgesetzt.

Bislang werden die meisten mobilen Geräte von Prozessoren mit der Technik des britischen Chip-Spezialisten ARM angetrieben. Deren Technik wurde von Herstellern wie Nvidia und Qualcomm lizenziert.

Qualcomm will nun mit einem neuen Prozessor ins Fernsehgeschäft vordringen - und macht hier ebenfalls Intel Konkurrenz. Die neue Version des Snapdragon S4 sei für Smart TV, also leistungsfähige Geräte mit Internetverbindung gedacht und komme erstmals in einem Fernseher von Lenovo zum Einsatz, teilte Qualcomm-Chef Paul Jacobs mit.

(sda)

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