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Streit in AustralienFacebook blockiert das Teilen von News

Australische Facebook-User können Inhalte von australischen oder internationalen Nachrichtenseiten nicht mehr weiterverbreiten. Dazu geführt hat ein Streit um ein geplantes Online-Mediengesetz.

Der Konzern Facebook hat «schweren Herzens» entschieden, dass journalistische News in Australien nicht mehr geteilt werden können.

Der Konzern Facebook hat «schweren Herzens» entschieden, dass journalistische News in Australien nicht mehr geteilt werden können.

AFP/Olivier Douliery

Im Streit um ein geplantes Online-Mediengesetz in Australien blockiert Facebook in dem Land das Teilen von journalistischen Nachrichten. Der Konzern habe sich «schweren Herzens» zu diesem Schritt entschieden, teilte der für Australien zuständige Facebook-Manager William Easton am Mittwoch mit. Die Nutzer in Australien können fortan Inhalte von australischen oder internationalen Nachrichtenseiten nicht mehr teilen.

Die Massnahme führte innerhalb kurzer Zeit zu Problemen auch bei Facebook-Seiten australischer Behörden, die für die Bekämpfung der Corona-Pandemie sowie von Naturkatastrophen zuständig sind. So waren die Facebook-Seiten von mindestens drei Gesundheitsbehörden, auf denen bislang aktuelle Informationen zur Corona-Pandemie veröffentlicht wurden, von den Einschränkungen betroffen.

Zudem gab Umweltministerin Sussan Ley bekannt, dass die Facebook-Seite der Meteorologie-Behörde aufgrund der Restriktionen nicht mehr normal operieren könne. Die Probleme traten auf, als die Behörde gerade vor der Gefahr von Sturzfluten im Bundesstaat Queensland warnte. Im Bundesstaat Western Australia wiederum blieb die Facebook-Seite der Feuerwehrbehörde blank – obwohl dort gerade die Gefahr katastrophaler Wald- und Buschbrände herrscht.

Strengere Regulierung geplant

Australien plant eine strenge Regulierung des digitalen Nachrichtenmarktes. Demnach soll Facebook ebenso wie Google australischen Medienhäusern Nutzungsgebühren für die Verbreitung von deren journalistischen Inhalten zahlen. Ein entsprechender Gesetzentwurf sieht bei Verstössen Geldbussen in Millionenhöhe vor. Auf diese Weise soll ein Teil der Werbeeinnahmen der US-Onlineriesen an die traditionellen Medienhäuser weitergereicht werden.

Während Facebook nun mit seinen Blockademassnahmen den Streit um das Gesetz verschärfte, setzt Google auf Deeskalation. Das Unternehmen handelte in den vergangenen Tagen Vereinbarungen mit mehreren australischen Medienunternehmen zur Veröffentlichung von deren Inhalten im Nachrichtendienst Google News aus.

Ein entsprechendes Abkommen wurde unter anderem mit News Corp, dem Unternehmen des Medienmoguls Rupert Murdoch, geschlossen. Im Rahmen dieser Vereinbarung werde Google «erhebliche Zahlungen» an News Corp leisten, teilte der US-Internetgigant mit. Konkrete Angaben zu diesen Zahlungen machte Google nicht.

(AFP/chk)

Deine Meinung

7 Kommentare
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HellVic

18.02.2021, 08:15

Facebook, Google etc. sind die grössten Gefahren für die Demokratien dieser Welt!

Chris55529

18.02.2021, 07:36

Bin kein Freund von Facebook und Co, aber in diesem Fall haben sie recht. Geht ja mal gar nicht, dass wenn man auf Facebook News teilt, Facebook und Co an die Medienhäuser Gebühren abdrücken soll.

Alex969

18.02.2021, 07:34

Deeskalation? Vor wenigen Wochen drohte Google Australien noch mit dem abschalten der Suchmaschine für Australier.