US-Wahlkampf: Facebook dürfte Donald Trump komplett blockieren

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US-WahlkampfFacebook dürfte Donald Trump komplett blockieren

Mark Zuckerberg könnte den US-Wahlkampf massiv beeinflussen. Facebook hätte das Recht, einen Kandidaten von seiner Website zu verbannen.

von
ofi

Trotz seiner Wahlerfolge hat der republikanische Präsidentschaftsanwärter Donald Trump viele und mächtige Feinde gegen sich. Einer, der ihm tatsächlich empfindlich schaden könnte, ist Mark Zuckerberg. Der Facebook-CEO hat sich an der Entwickler-Konferenz seiner Firma kritisch über die Kampagne von Trump geäussert, ohne dessen Namen zu nennen.

«Ich höre angsterfüllte Stimmen, die nach Mauern rufen. Ich höre sie danach rufen, die freie Meinungsäusserung zu blockieren, Einwanderung zu stoppen, Handel zu verringern und sogar den Zugang zum Internet zu beschränken.» Wie er selbst zu diesen Aussagen steht, kommentierte er nicht näher, heisst es auf dem amerikanischen Blog gizmodo.com.

Facebook kann alles blockieren, was es will

Facebook-intern sei allerdings sehr viel konkreter über die Position zu Donald Trump diskutiert worden, heisst es auf Gizmodo. Bei einer wöchentlichen Umfrage wurde demnach die Frage gestellt, welche Verantwortung Facebook habe, die Wahl von Donald Trump zum Präsidenten der USA zu verhindern. Ob und wie sich Mark Zuckerberg dazu geäussert hat, ist laut gizmodo.com zwar nicht bekannt. Klar ist aber, dass Facebook einen gewaltigen Einfluss auf den Wahlkampf haben könnte.

Der Jura-Professor Eugene Volokh von der Universität von Kalifornien in Los Angeles sagte zu Gizmodo: «Facebook kann jedes Material verbreiten oder blockieren, das es will. Facebook hat die gleichen verfassungsmässigen Rechte wie zum Beispiel die «New York Times». Sie können Trump komplett blockieren, wenn sie wollen.» Für dessen Kampagne, die ausgeprägt auf schnelles Verbreiten von Bildern und Videos setzt, wäre das ein schwerer Schlag.

Facebook soll Gefühle der User steuern können

Gerüchte darüber, dass Facebook in der Vergangenheit Experimente dazu gemacht habe, wie politische News verbreitet werden, kursieren seit langem. So sollen News-Feeds während den Präsidentschaftswahlen 2012 gezielt manipuliert worden sein. Im gleichen Jahr soll ein geheimer Versuch von Facebook gezeigt haben, dass die Social-Media-Plattform die Gefühle der User in jede Richtung lenken kann, wie das «Forbes Magazine» 2014 berichtete.

Robert Drechsel, Professor für journalistische Ethik an der Universität von Wisconsin, ist der Ansicht, Facebook habe die gleiche Verantwortung wie klassische Medien. «Facebook sollte eine umfassende, faire, vollständige und genaue Berichterstattung gewährleisten», sagte er zu Gizmodo. Rechtlich heikel würde es erst, wenn die Social-Media-Plattform in Zusammenarbeit mit einem Konkurrenten von Trump eine koordinierte Kampagne fahren würde. «Solange sie einfach sagen: ‹Wir wollen kein Trump-Material auf unserer Website›, hätten sie jedes Recht dazu.»

Vorwahlen in New York

Donald Trump hat im Bundesstaat New York die republikanischen Vorwahlen klar und deutlich für sich entschieden. Nur in einem einzigen Wahlbezirk triumphierte sein Konkurrent John Kasich, in Manhattan, der Heimat Trumps.

Dort steht auch der bekannte Trump Tower. Im Strassenblock, zu dem der Trump Tower gehört, hat The Donald insgesamt 23 Stimmen erhalten, wie quartz.com schreibt. Wie viele Republikaner dort registriert sind, ist zwar nicht bekannt, klar ist aber, dass die Demokratin Hillary Clinton in diesem Block 67 Stimmen erhielt.

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