Aktualisiert 07.05.2020 10:09

Oversight Board

Facebook gründet ein neues Komitee zur Moderation von Härtefällen

Immer wieder kommt es auf Facebook zu Disputen über möglicherweise fälschlich gelöschte Posts. Dem soll nun ein neues, unabhängiges Gremium entgegenwirken.

von
Dominique Zeier
1 / 9
Neu soll ein unabhängiges Gremium in Härtefällen bei der Moderation von Facebook-Inhalten aushelfen.

Neu soll ein unabhängiges Gremium in Härtefällen bei der Moderation von Facebook-Inhalten aushelfen.

KEYSTONE
Das Gremium soll aus insgesamt 40 Personen bestehen. 20 Davon sind bereits bekannt.

Das Gremium soll aus insgesamt 40 Personen bestehen. 20 Davon sind bereits bekannt.

KEYSTONE
Dazu gehört beispielsweise die ehemalige dänische Premierministerin Helle Thorning-Schmidt.

Dazu gehört beispielsweise die ehemalige dänische Premierministerin Helle Thorning-Schmidt.

KEYSTONE

Immer wieder stellt Facebook Versuche an, gegen Fake News und Missinformation auf ihrer Plattform anzukämpfen. Dies hat sich besonders auch in der Zeit des Coronavirus gezeigt, als Facebook begann, alle Posts zu löschen, die Falschinformationen zur Krankheit enthielten oder die Social-Distancing-Regeln verletzten. Aber auch hierbei gelingt es nicht in hundert Prozent der Fälle, falsche Posts aufzustöbern. Dafür trifft es auch immer wieder Posts, die eigentlich gar nicht gegen die Community-Regeln verstossen oder keine Fake News enthalten.

In diesen Fällen ist es für Nutzer äusserst schwierig bis beinahe unmöglich, sich zu beschweren und den Entscheid rückgängig zu machen. Dies will Facebook nun ändern und gleichzeitig den Prozess der Moderation transparenter machen. Wie das Unternehmen angekündigt hat, wird dafür ein Oversight Board gegründet, das für inhaltliche Entscheidungen zuständig ist.

20 Mitglieder bereits bekannt

Dieses neue Gremium bildet laut «Zeit» eine Art oberster Gerichtshof, der in Härtefällen urteilt. Die ersten 20 Mitglieder dieses Gremiums sind bereits bekannt. Darunter befinden sich beispielsweise die ehemalige dänische Premierministerin Helle Thorning-Schmidt, der frühere Guardian-Chefredakteur Alan Rusbridger, die Friedensnobelpreisträgerin Tawakkol Karman oder der kenianische Menschenrechtsaktivist Maina Kiai. Es sollen noch weitere 20 Mitglieder dazu stossen.

Wann das Oversight Board seine Arbeit aufnimmt, ist noch nicht klar. Sobald dies geschieht, werden sich Nutzer in Streitfällen aber an das Gremium wenden können. Eine Untergruppe des Boards entscheidet in einer ersten Instanz, welche Klagen überhaupt besprochen werden. Danach beschäftigt sich dann das gesamte Board mit dem Fall und urteilt darüber, ob ein Post zu Recht gelöscht wurde oder nicht. Dafür haben sie 90 Tage Zeit. Bei der Auswahl der Fälle sollen Inhalte, die möglicherweise viele User betreffen, bevorteilt werden.

Entscheidungen können nicht angefochten werden

Die Dänin Thorning-Schmidt sprach an einer Pressekonferenz von einer «sehr sehr grossen Mission». Bisher seien viele Entscheidungen von Facebook oder sogar Mark Zuckerberg selbst getroffen worden. Sie findet es richtig, dass dies nun geändert wird.

Tatsächlich werden die Mitglieder des Gremiums vollkommen unabhängig von Facebook handeln können. Sie werden nämlich nicht von Zuckerbergs Unternehmen angestellt und müssen somit auch nicht mit Konsequenzen für ihre Entscheidungen rechnen. Finanziert werden sie von einem Treuhandfonds von rund 130 Millionen Dollar. Ausserdem können ihre Entscheidungen nicht angefochten werden, nicht einmal von Facebook oder Zuckerberg selbst.

Dass selbst ein solches Gremium nicht immer perfekt handeln kann, ist auch Mitglied Michael McConnell, Professor für Rechtswissenschaften an der Stanford Universität, bewusst. «Wir werden Fehler machen», sagte er während einer Pressekonferenz. «Alles, was ich versprechen kann, ist, dass wir aus ihnen lernen werden.»

Fehler gefunden?Jetzt melden.
17 Kommentare

Zeitbeobachter

11.05.2020, 12:41

Facebook ist dann sehr ähnlich wie 20 Minuten: man darf nur noch JA sagen, etwas anderes wirt gar nicht mehr gebracht.

Kein Leben mehr bis zur Impfung?

10.05.2020, 16:47

Was bitte ist das für eine Aussage? Alle Massnahmen um eine grosse Front gegen aufmüpfige Bürger zu bilden, werden nach und nach im Beifall der Masse durchgesetzt. Auch wenn alle Zeichen darauf hindeuten, dass etwas faul ist. 50Mio Angesteckte bei einer schweren Grippe und 3Mio bei Corona? WAS SOLL DAS? Meine Familie hatte dieses Virus, der Arzt ganz locker, es braucht kein Test. Logisch stimmen die Zahlen nicht.

Kopf der Schlange

09.05.2020, 09:20

Der Zuckelzwerg sieht doch genau so aus wie er handelt, oder umgekehrt ! Schaut doch mal genau hin.