Basler Mamis 2.0: Facebook-Gruppe bezahlt Mami Grabstein für Baby
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Basler Mamis 2.0Facebook-Gruppe bezahlt Mami Grabstein für Baby

Eine Frau suchte auf Facebook nach einem hölzernen Grabstein für ihren tot geborenen Sohn. Etliche Mütter aus Basel spenden nun Geld, um ihr einen richtigen Stein zu bezahlen.

von
daf
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Die Facebook-Gruppe «Basler Mamis 2.0» zählt rund 4500 Mitglieder. Viele von ihnen solidarisieren sich mit der Mutter, die einen Grabstein für ihren verstorbenen Sohn haben möchte.

Die Facebook-Gruppe «Basler Mamis 2.0» zählt rund 4500 Mitglieder. Viele von ihnen solidarisieren sich mit der Mutter, die einen Grabstein für ihren verstorbenen Sohn haben möchte.

Screenshot/Facebook
Die Mutter hatte auf Facebook nach einer Schreinerin gesucht, die ihr einen günstigen Grabstein aus Holz anfertigen kann.

Die Mutter hatte auf Facebook nach einer Schreinerin gesucht, die ihr einen günstigen Grabstein aus Holz anfertigen kann.

Screenshot/Facebook
Die Reaktion war überwältigend: Über 600 User kommentierten ihren Aufruf. Das war der Kick-off für die Spendenaktion.

Die Reaktion war überwältigend: Über 600 User kommentierten ihren Aufruf. Das war der Kick-off für die Spendenaktion.

Screenshot/Facebook

Selina* aus Basel freute sich auf ihr Kind, doch es kam tot zur Welt. Und weil ihr Geld nicht für einen Grabstein ausreicht, versuchte die trauernde Mutter, mit Hilfe eines Aufrufs auf Social Media wenigstens ein hölzernes Grabmal errichten zu können: «Ist jemand Schreinerin? Ich bin immer noch auf der Suche nach einem Grabstein für meinen Sohn. Einen ‹normalen› werde ich mir nicht leisten können», schrieb die 35-Jährige in einem Post, den sie am 7. November in der Facebook-Gruppe Basler Mamis 2.0 teilte.

Die Reaktionen liessen nicht auf sich warten. Doch es meldeten sich nicht etwa nur Schreinerinnen zu Wort: Hunderte Mamis aus der Region Basel reagierten auf den Aufruf der Mutter. Endgültig losgetreten wurde die Solidaritätswelle schliesslich von der Idee zweier Mütter, für Selina Geld zu sammeln, damit ihr Wunsch in Erfüllung geht. Wenn jedes Mitglied der Facebook-Gruppe einen Franken spende, komme genug Geld für einen Grabstein zusammen, schrieb ein Mami.

Mehr Solidarität als erwartet

«Es ist schon viel mehr Geld zusammengekommen als erwartet», sagt Aline Steinacher begeistert. Die 25-Jährige ist selbst Mitglied der Basler Mamis 2.0 und beteiligt sich an der Sammelaktion. Nicht nur Mütter würden Herz zeigen und Geld an einen Grabstein für den Jungen spenden – «auch die Männer von Frauen in unserer Facebook-Gruppe machen mit.»

Die Basler Mamis 2.0 zählen über 4500 Mitglieder. Laut Steinacher wird in der Gruppe vor allem Alltägliches wie Fotos der Kleinen, Erziehungstipps und Ähnliches ausgetauscht. Mit Selinas Aufruf wurde das Portal kurzerhand zum Solidaritäts-Netzwerk. «Wir sind so stolz über den Zusammenhalt und die Hilfsbereitschaft der Facebook-Community», sagt Steinacher. Der Sammelerfolg zeige auch, was man mit Facebook alles erreichen könne.

Überschuss wird gespendet

«Falls Geld übrig bleibt, spenden wir dieses an gemeinnützige Organisationen», erklärt Steinacher. Die Spendenaktion läuft momentan noch und der gesammelte Betrag werde bald an Selina übergeben. Mit diesem kann sie beim Bildhauer einen Grabstein nach ihren Vorstellungen für ihren verstorbenen Sohn anfertigen lassen.

Und als wäre das Herz der Community nicht schon gross genug, konnten die Mamis auch noch einen Steinmetz organisieren: der Mann einer Mutter aus der Gruppe will für Selina den Grabstein anfertigen. Sie erhält so eine ewige Erinnerung an das Kind, mit dem sie keinen einzigen gemeinsamen Moment teilen durfte.

*Name der Redaktion bekannt.

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