Mutter wurde aktiv: Facebook-Jobsuche für Tochter wird Riesenerfolg

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Mutter wurde aktivFacebook-Jobsuche für Tochter wird Riesenerfolg

Der verzweifelte Post eines Berner Mamis, das für seine arbeitslose Tochter einen Job sucht, ging viral. Es meldeten sich Dutzende von Unternehmen mit Jobangeboten.

von
Mira Weingartner
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Mit diesem Facebook-Beitrag wandte sich das Berner Mami an die Öffentlichkeit. Seither steht die Welt der Familie Kopf.

Mit diesem Facebook-Beitrag wandte sich das Berner Mami an die Öffentlichkeit. Seither steht die Welt der Familie Kopf.

Die Jobsuche via Facebook wurde zum Riesenerfolg: Über 50 Jobangebote hat die Mutter für ihre Tochter erhalten.

Die Jobsuche via Facebook wurde zum Riesenerfolg: Über 50 Jobangebote hat die Mutter für ihre Tochter erhalten.

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So meldete sich auch das Team eines Bistros am Flughafen Bern-Belp, man würde die Tochter gerne zum Vorstellungsgespräch einladen. «Ich kann den Leuten gar nicht genug danken!» meint die Mutter.

So meldete sich auch das Team eines Bistros am Flughafen Bern-Belp, man würde die Tochter gerne zum Vorstellungsgespräch einladen. «Ich kann den Leuten gar nicht genug danken!» meint die Mutter.

Am vergangenen Montag wandte sich Lisa Rolli aus Bern mit einer ganz besonderen Bitte an die Facebook-Community: Sie wollte ihrer 21-jährigen Tochter einen Job vermitteln. Da die junge Frau Legasthenikerin sei, habe sie bis heute keine Lehre antreten können. In der Berufswelt sei sie daher nur mit Praktika ausgenutzt worden. Dabei sei ihre Tochter äusserst hilfsbereit, unendlich lieb, fröhlich, pünktlich und zuverlässig – «eifach ä wunderbare Mönsch», schreibt die Mutter im Beitrag. Und fragte hoffnungsvoll: «Wer gibt meiner Tochter eine Chance auf einen Job mit einem anständigen Lohn?»

Mittlerweile über 50 Jobangebote

Was seit der Veröffentlichung des Beitrags alles passiert ist, kann die Familie aus Bern kaum glauben. «Über 50 Stellenangebote habe ich mittlerweile für meine Tochter erhalten», sagt die überwältigte Mutter, die 20 Minuten kontaktierte. Laufend würden neue dazukommen: Jobs im Verkauf, in der Gastronomie sowie mehrere Lehrstellen habe man der 21-Jährigen offeriert. So meldete sich auch das Team vom Flughafen Bern-Belp: man würde die Tochter gerne zum Vorstellungsgespräch einladen.

Der Beitrag der hilfesuchenden Mutter hatte die Crew des Flughafenbistros Charly's Check-in zutiefst berührt: «Dieser jungen Frau muss man doch eine Chance geben», so Chefin Pamela Aeschlimann, selbst zweifache Mutter. Legasthenie sei heutzutage wahrlich kein Grund mehr, jemanden in die Arbeitslosigkeit zu treiben. «Für mein Team war also sofort klar, was hier zu tun ist.»

Probetag am Flughafen

So geht es für Tochter Rolli nun Schlag auf Schlag: Am Donnerstag fand bereits das erste Vorstellungsgespräch am Flughafen statt, am kommenden Montag wird sie dort einen Probetag absolvieren.

«Meine Tochter ist überglücklich», sagt Lisa Rolli. Auch sie ist überwältigt: «Die Anteilnahme aus der Bevölkerung ist der reine Wahnsinn, ich kann den Leuten gar nicht genug danken!» Mit einer Reichweite von über 2200 Shares habe der Post hunderte von Menschen erreicht, die mit ihrer Tochter mitfiebern und die Daumen drücken.

Viel Mitgefühl bekommt die 21-Jährige auch bezüglich ihrer Lese- und Rechtschreibstörung: «Deine Tochter soll den Kopf nicht hängen lassen», schreibt eine andere Legasthenikerin. Auch ihr habe man den Jobeinstieg schwierig gemacht – heute habe sie ein Bachelor-Studium in der Tasche. «Solcher Beistand macht uns allen natürlich grossen Mut», sagt Lisa Rolli. Nun hoffe sie sehr, dass ihre Tochter erfolgreich in die Arbeitswelt einsteigen könne.

«Wir haben ein gutes Gefühl», verrät Bistro-Chefin Aeschlimann gegenüber 20 Minuten.

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