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Neues Milliardengeschäft?Facebook kündigt eigene Suchmaschine an

Mark Zuckerberg will Google angreifen. Mit den Informationen, die die User veröffentlichen, könne man die Fragen der Menschen genau beantworten, ist der Facebook-Gründer überzeugt.

von
owi
Mit Suchmaschinen lässt sich das grosse Geld verdienen. Ein Stück vom Kuchen will auch Facebook.

Mit Suchmaschinen lässt sich das grosse Geld verdienen. Ein Stück vom Kuchen will auch Facebook.

Seit dem verpatzten Börsengang im Frühjahr sind Mark Zuckerbergs öffentliche Auftritte eher rar geworden. Nun plauderte der junge Multimillionär erstmals wieder über die Zukunft seines Unternehmens. Mehr Geld in die Kassen spülen soll künftig eine eigene Suchmaschine: «Irgendwann werden wir es tun. Ein Team arbeitet daran», sagte Zuckerberg an der IT-Konferenz «TechCrunch Disrupt». «Bereits heute», so Zuckerberg, «haben wir eine Milliarde Suchanfragen am Tag und wir bemühen uns noch nicht einmal darum».

Der Schritt scheint logisch: Google verdient mit der Werbung auf seiner Suchmaschine ein Vielfaches dessen, was Facebook einnimmt. Zuckerberg möchte wohl nichts lieber, als das neue Google zu werden. Mit den Informationen, die die Facebook-Nutzer veröffentlichen, könne man genau jene Fragen beantworten, die Menschen hätten. Die Suchenden wollten keine langen Ergebnislisten, sondern schnelle Antworten auf konkrete Fragen, wie zum Beispiel, wo man Sushi essen gehen könne.

Die Suche wird sozial

Dass eine Suchmaschine, die auf Empfehlungen aus sozialen Netzwerken zugreifen kann, Vorteile bietet, ist natürlich auch Google bewusst. Der Suchmaschinen-Primus hat deshalb vor über einem Jahr mit Google+ ein eigenes soziales Netzwerk aus dem Boden gestampft. Das Ziel: Google+, die Suchmaschine und weitere Produkte wie Gmail werden verknüpft, was mehr Nutzer, mehr Werbung und schlussendlich mehr Einnahmen verspricht. Inzwischen tauchen beispielsweise Restaurants, die von Google-Plus-Freunden empfohlen wurden, in den Suchtreffern auf. Ob diese sogenannte soziale Suche relevantere Ergebnisse liefert, ist umstritten, der Trend geht aber klar in die Richtung.

Bereits seit längerem integriert Microsofts Suchmaschine Bing Facebook-Einträge in seine Trefferliste. Bei der Websuche gehe es längst nicht mehr darum, nur bestimmte Informationen zu finden, sondern auch Aktionen zu planen - etwa Schuhe zu kaufen oder einen Flug zu buchen, begründete das Bing-Team die Facebook-Integration. Und dafür würden die Ratschläge und Meinungen von Freunden und Bekannten meist als wichtiger eingestuft als anonyme Informationen.

Arbeitet Facebook mit Microsoft zusammen?

In den letzten Jahren ist es zumindest in westlichen Gefilden keiner Suchmaschine gelungen, Google das Wasser abzugraben. Microsoft als schärfster Rivale erreicht mit seiner Suchmaschine Bing – dank der Zusammenarbeit mit Yahoo – rund 30 Prozent Marktanteil in den USA. Trotz des Achtungserfolgs wird man Google aber noch nicht gefährlich. Da Facebook gute Beziehungen zu Microsoft nachgesagt werden und der Windows-Konzern an Facebook beteiligt ist, schiessen bereits Spekulationen ins Kraut, dass das grösste soziale Netzwerk und der grösste Softwarekonzern ihr Knwohow für eine soziale Suchmaschine bündeln könnten.

Google macht auf Facebook

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