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Wissenschaftlich belegtFacebook macht eben doch glücklich

Einsamkeit, Neid? Facebook wird für vieles verantwortlich gemacht. Deutsche Wissenschaftler halten jetzt dagegen: Facebook macht glücklich, sagen sie.

von
cmr
Anderen ihr Glück gönnen: Das können insbesondere Facebook-User, die sich nahe stehen.

Anderen ihr Glück gönnen: Das können insbesondere Facebook-User, die sich nahe stehen.

Faszination Facebook: Man liebt es, dann hasst man es wieder. Auch in der Wissenschaft polarisiert das Phänomen Facebook immer wieder auf's Neue. Erst wollen Psychologen bei Nutzern verstärkte Neidgefühle und Einsamkeit festgestellt haben. Dann heißt es, die Plattform verbessere das Wohlbefinden.

Medienwissenschaftler aus Tübingen wollten ein für alle Mal Klarheit schaffen. Einer wissenschaftlichen Studie des Leibniz-Instituts für Wissensmedien zufolge macht Facebook eben doch glücklich – nicht unglücklich.

Insbesondere Posts, die etwa von einem neuen Job oder einer neuen Liebe berichten, sollen Glücksgefühle auslösen können. Dasselbe gilt für schöne Urlaubsfotos oder Bilder vom gut geratenen Nachwuchs.

Glücksgefühle hängen von der Beziehung der User untereinander ab

Etwa 400 Studien-Teilnehmer beantworteten Fragen zu den Statusmeldungen in ihrer Timeline. Darunter: Was empfinden Sie beim Betrachten der Einträge? Oder: Wie stehen Sie zu dem Facebook-Freund?

Das Ergebnis der Befragung: Die Nutzer freuten sich eher, wenn einer ihrer Freunde einen positiven Beitrag veröffentlicht hatte, als dass sich darüber ärgerten, nicht selbst die Glücklichen zu sein. Geteilte Freude ist im Fall von Facebook also doppelte Freude, heißt es zumindest aus Tübingen.

Frühere Studien hatten bereits festgestellt, dass die Kommunikation auf der Plattform einen positiven Effekt auf das eigene Wohlbefinden hat, wenn man seine Glücksmomente teilt. Meistens aber bezog sich die Verbesserung auf die Stimmung des Mitteilenden, nicht auf die des Betrachters.

Positive Facebook-Posts motivieren

Und so lautet Glücksformel hinter der Wissenschaft: Je näher sich die User stehen, desto positiver wirken sich erfreuliche Nachrichten des Anderen aus. Nicht grämen muss sich, wer trotz aller Glücksgefühle ein kleinwenig Neid empfindet. In diesem Fall sprechen die Forscher von «aktivierendem Neid», der einen motivieren soll, sich seinem eigenen Glück zu nähern.

Über welche Facebook-Posts haben Sie sich in letzter Zeit gefreut? Schicken Sie uns einen Screenshot oder lassen sich uns in einem Kommentar an ihrem Freudenmoment teilhaben.

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